Risikolebensversicherung Kosten – wie teuer ist guter Todesfallschutz?

Eine Risikolebensversicherung kann bereits für einen vergleichsweise überschaubaren Monatsbeitrag einen hohen finanziellen Schutz bieten. Wie viel sie tatsächlich kostet, hängt jedoch stark von Versicherungssumme, Alter, Laufzeit, Gesundheitszustand, Beruf, Lebensweise und Tarifgestaltung ab.

Wer seine Familie, seinen Partner oder einen Immobilienkredit finanziell absichern möchte, stößt schnell auf die Risikolebensversicherung. Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Stirbt die versicherte Person während der vereinbarten Laufzeit, zahlt der Versicherer die festgelegte Versicherungssumme an die begünstigte Person oder die begünstigten Personen aus. Erlebt die versicherte Person das Vertragsende, gibt es normalerweise keine Auszahlung.

Gerade dieser reine Todesfallschutz sorgt dafür, dass die Kosten einer Risikolebensversicherung häufig deutlich niedriger ausfallen als Verbraucher zunächst vermuten. Trotzdem gibt es keinen pauschalen Preis, der für alle Versicherten gilt. Zwei Menschen mit derselben Versicherungssumme können für ihren Vertrag sehr unterschiedliche Beiträge zahlen.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage, wie günstig eine Risikolebensversicherung angeboten wird. Viel wichtiger ist, ob Versicherungssumme, Laufzeit, Tarifbedingungen und Beitrag langfristig zur persönlichen Situation passen. Ein Preisvergleich kann dabei sinnvoll sein – allerdings erst dann, wenn die wichtigsten Vertragsdaten realistisch gewählt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet eine Risikolebensversicherung?

Die Kosten einer Risikolebensversicherung können von einem relativ kleinen monatlichen Betrag bis zu deutlich höheren Beiträgen reichen. Besonders junge, gesunde Nichtraucher mit einem risikoarmen Beruf können einen hohen Todesfallschutz häufig zu vergleichsweise günstigen Konditionen erhalten. Mit zunehmendem Eintrittsalter, gesundheitlichen Risiken oder einer hohen Versicherungssumme steigen die Beiträge dagegen meist deutlich.

Eine pauschale Aussage wie „eine Risikolebensversicherung kostet 10 Euro im Monat“ ist deshalb wenig hilfreich. Solche Beträge können für bestimmte Konstellationen durchaus möglich sein, sagen aber nichts darüber aus, ob der Tarif für einen konkreten Verbraucher geeignet ist. Schon eine längere Laufzeit oder eine höhere Absicherung kann das Ergebnis erheblich verändern.

Als grobe Orientierung kann man sich merken: Je höher das Risiko für den Versicherer, während der Vertragslaufzeit die Todesfallleistung auszahlen zu müssen, desto höher fällt grundsätzlich der Beitrag aus. Zusätzlich unterscheiden sich Versicherer in ihrer Kalkulation, ihren Risikogruppen und ihren Annahmerichtlinien.

Die wichtigsten Faktoren für die Kosten der Risikolebensversicherung

Der Beitrag entsteht nicht aufgrund eines einzelnen Merkmals. Versicherer kombinieren zahlreiche Angaben, um das individuelle Todesfallrisiko einzuschätzen. Einige Faktoren haben dabei besonders großen Einfluss auf den Preis.

Vor einem Vergleich ist es deshalb sinnvoll, diese Stellschrauben zu kennen. Nur so lässt sich beurteilen, warum ein Angebot günstiger oder teurer ausfällt und ob sich Unterschiede möglicherweise durch eine andere Vertragsgestaltung erklären lassen.

Eintrittsalter

Das Alter bei Vertragsbeginn gehört zu den wichtigsten Preisfaktoren. Wer eine Risikolebensversicherung bereits in jungen Jahren abschließt, zahlt für eine vergleichbare Absicherung häufig weniger als jemand, der erst deutlich später einen Vertrag abschließt.

Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Mit steigendem Alter nimmt statistisch auch das Todesfallrisiko zu. Für den Versicherer steigt damit die Wahrscheinlichkeit, während der vereinbarten Laufzeit leisten zu müssen.

Wer ohnehin weiß, dass eine Absicherung benötigt wird, sollte deshalb nicht ausschließlich darauf setzen, den Abschluss möglichst lange hinauszuzögern. Neben dem Alter können sich bis dahin auch Gesundheitszustand und Versicherbarkeit verändern.

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme bestimmt, welchen Betrag die Hinterbliebenen im Versicherungsfall erhalten. Eine Absicherung über 100.000 Euro ist für den Versicherer deshalb günstiger zu kalkulieren als beispielsweise eine Versicherungssumme von 500.000 Euro.

Trotzdem wäre es ein Fehler, die Versicherungssumme nur deshalb niedrig anzusetzen, um beim Beitrag zu sparen. Der Zweck einer Risikolebensversicherung besteht gerade darin, eine finanzielle Lücke zu schließen. Ist die Absicherung später zu klein, hilft ein günstiger Monatsbeitrag den Hinterbliebenen nur begrenzt.

Die richtige Versicherungssumme sollte deshalb zunächst anhand des tatsächlichen Absicherungsbedarfs festgelegt werden. Erst danach sollte geprüft werden, welche Tarife dafür preislich interessant sind.

Laufzeit

Auch die Laufzeit beeinflusst die Kosten. Ein Vertrag über zehn Jahre deckt einen deutlich kürzeren Zeitraum ab als eine Absicherung über beispielsweise 25 oder 30 Jahre.

Je länger die Laufzeit ist, desto länger trägt der Versicherer das vereinbarte Risiko. Gleichzeitig erreicht die versicherte Person während einer langen Vertragsdauer ein höheres Alter, wodurch sich die Kalkulation zusätzlich verändert.

Die Laufzeit sollte daher nicht künstlich verkürzt werden, nur um den Beitrag zu reduzieren. Sinnvoller ist es, sie an der tatsächlichen Dauer des finanziellen Risikos auszurichten – beispielsweise bis die Kinder voraussichtlich finanziell selbstständig sind oder ein großer Immobilienkredit weitgehend zurückgezahlt wurde.

Raucher oder Nichtraucher

Der Raucherstatus kann einen erheblichen Einfluss auf den Beitrag haben. Versicherer unterscheiden bei ihrer Risikoeinschätzung häufig zwischen Rauchern und Nichtrauchern, wobei die genaue Definition je nach Anbieter unterschiedlich sein kann.

Dabei geht es nicht nur um klassische Zigaretten. Je nach Versicherungsbedingungen können beispielsweise auch Zigarren, Pfeifen, bestimmte E-Zigaretten oder andere nikotinhaltige Produkte berücksichtigt werden.

Entscheidend ist deshalb, die Fragen im Antrag exakt und wahrheitsgemäß zu beantworten. Wer seinen tatsächlichen Raucherstatus verschweigt, riskiert im schlimmsten Fall Probleme bei der späteren Leistungsprüfung.

Gesundheitszustand

Vor Vertragsabschluss stellen Versicherer normalerweise Gesundheitsfragen. Dabei können unter anderem bestehende Erkrankungen, frühere Behandlungen, Operationen, Medikamente oder bestimmte Beschwerden relevant sein.

Gesundheitliche Vorerkrankungen führen nicht automatisch dazu, dass eine Risikolebensversicherung unmöglich wird. Je nach Erkrankung und Versicherer kann ein Antrag regulär angenommen, mit einem Risikozuschlag versehen, mit Einschränkungen behandelt oder abgelehnt werden.

Gerade bei Vorerkrankungen sollte deshalb nicht ausschließlich der sichtbare Grundpreis eines Tarifrechners betrachtet werden. Entscheidend ist, zu welchen Bedingungen der Versicherer nach vollständiger Risikoprüfung tatsächlich Versicherungsschutz anbietet.

Beruf und gefährliche Tätigkeiten

Bestimmte Berufe werden von Versicherern aufgrund eines erhöhten Unfall- oder Todesfallrisikos anders bewertet. Ein überwiegend im Büro tätiger Angestellter kann deshalb anders eingestuft werden als jemand, der regelmäßig unter besonders gefährlichen Bedingungen arbeitet.

Ähnliches gilt für bestimmte Freizeitaktivitäten. Risikoreiche Hobbys können je nach Intensität und Ausgestaltung Einfluss auf die Annahme oder den Beitrag haben.

Auch hier gilt: Angaben sollten vollständig gemacht werden. Eine vermeintlich günstige Police bringt wenig, wenn beim Leistungsfall Streit darüber entsteht, ob gefahrerhebliche Informationen im Antrag korrekt angegeben wurden.

Beispiel: Wie unterschiedlich Beiträge ausfallen können

Ein Preisbeispiel kann die Größenordnung verdeutlichen, darf aber niemals mit einem persönlichen Angebot verwechselt werden. Angenommen, ein junger gesunder Nichtraucher möchte eine Versicherungssumme von 250.000 Euro über einen längeren Zeitraum absichern. Je nach Tarifgestaltung kann dafür ein vergleichsweise niedriger zweistelliger Monatsbeitrag möglich sein.

Ist dieselbe Person deutlich älter, raucht sie oder bestehen relevante gesundheitliche Risiken, kann die Absicherung erheblich teurer werden. Auch eine Erhöhung der Versicherungssumme beispielsweise auf 500.000 Euro kann den Beitrag spürbar verändern.

Entscheidend ist daher nicht, ob ein bestimmter Beispielbeitrag erreicht wird. Wichtig ist vielmehr, dass Verbraucher Angebote miteinander vergleichen, die tatsächlich dieselbe Versicherungssumme, Laufzeit und Leistungsstruktur abbilden. Nur dann ist der Preisvergleich aussagekräftig.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die Versicherungssumme ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Abschluss einer Risikolebensversicherung. Zu niedrig gewählt, kann sie den gewünschten Schutz verfehlen. Unnötig hoch angesetzt, kann sie dagegen den Beitrag stärker erhöhen als erforderlich.

Eine universell richtige Versicherungssumme gibt es nicht. Entscheidend ist, welcher finanzielle Bedarf entsteht, wenn das Einkommen der versicherten Person plötzlich dauerhaft wegfällt.

Familie absichern

Bei Familien sollte unter anderem berücksichtigt werden, wie viel Einkommen langfristig ersetzt werden müsste. Hinzu kommen laufende Wohnkosten, Lebenshaltungskosten, Ausbildungskosten der Kinder und mögliche größere Verpflichtungen.

Vor allem bei Familien mit nur einem Hauptverdiener kann der finanzielle Absicherungsbedarf erheblich sein. Aber auch wenn beide Partner arbeiten, kann der Wegfall eines Einkommens große Auswirkungen auf den Lebensstandard und die Finanzierung laufender Verpflichtungen haben.

Deshalb sollte nicht nur gefragt werden, wie viel Versicherungsschutz bezahlbar ist. Sinnvoller ist zunächst die Frage, welche finanzielle Lücke tatsächlich entstehen würde.

Immobilienfinanzierung absichern

Bei einer Baufinanzierung spielt die verbleibende Darlehensschuld häufig eine zentrale Rolle. Stirbt ein Kreditnehmer, läuft der Immobilienkredit grundsätzlich weiter. Die Hinterbliebenen müssen dann entscheiden, ob sie die monatlichen Raten weiterhin tragen können.

Eine Risikolebensversicherung kann deshalb gezielt zur Absicherung eines Immobilienkredits eingesetzt werden. Die Versicherungssumme kann beispielsweise am noch offenen Finanzierungsbetrag orientiert werden.

Je nach Situation kommt auch eine fallende Versicherungssumme infrage. Sie reduziert sich im Laufe der Vertragszeit und kann damit zu einem Kredit passen, dessen Restschuld ebenfalls nach und nach sinkt.

Gleichbleibende oder fallende Versicherungssumme?

Bei einer klassischen Risikolebensversicherung bleibt die vereinbarte Versicherungssumme während der Laufzeit konstant. Stirbt die versicherte Person im ersten oder im letzten Versicherungsjahr, wird grundsätzlich dieselbe vereinbarte Summe ausgezahlt.

Bei einer fallenden Risikolebensversicherung reduziert sich die Versicherungssumme dagegen nach einem festgelegten Modell. Diese Variante kann insbesondere zur Absicherung einer Finanzierung interessant sein, wenn der benötigte Todesfallschutz parallel zur sinkenden Restschuld abnimmt.

Wann eine gleichbleibende Absicherung sinnvoll ist

Eine gleichbleibende Versicherungssumme eignet sich häufig für die allgemeine Familienabsicherung. Der finanzielle Bedarf hängt hier nicht ausschließlich von einer Kreditrestschuld ab, sondern beispielsweise auch vom Einkommen, von Kindern und von langfristigen Lebenshaltungskosten.

Der Vorteil liegt in der Planungssicherheit. Die vereinbarte Summe bleibt grundsätzlich bestehen und muss nicht mit einer bestimmten Tilgungsentwicklung des Kredits übereinstimmen.

Dafür kann eine dauerhaft hohe Versicherungssumme mehr kosten als eine Variante, bei der der Todesfallschutz im Laufe der Jahre sinkt.

Wann eine fallende Versicherungssumme interessant sein kann

Soll hauptsächlich eine Immobilienfinanzierung abgesichert werden, kann eine fallende Versicherungssumme sinnvoll sein. Mit zunehmender Tilgung reduziert sich die Restschuld und damit möglicherweise auch der benötigte Versicherungsschutz.

Der Beitrag kann dadurch günstiger ausfallen als bei einer über die komplette Laufzeit gleichbleibenden hohen Absicherung. Wichtig ist allerdings, den Verlauf der Versicherungssumme genau zu prüfen.

Sinkt der Schutz schneller als die tatsächliche Restschuld, kann später eine unerwartete Absicherungslücke entstehen. Deshalb sollten Kreditverlauf und Versicherungsverlauf möglichst gut zusammenpassen.

Risikolebensversicherung Kosten richtig vergleichen

Bei einem Tarifvergleich sollte zunächst sichergestellt werden, dass wirklich vergleichbare Vertragskonstellationen gegenübergestellt werden. Unterschiedliche Versicherungssummen oder Laufzeiten können den Beitrag so stark verändern, dass ein einfacher Blick auf den Monatsbeitrag kaum Aussagekraft hat.

Darüber hinaus können sich Tarife bei Vertragsoptionen, Nachversicherungsmöglichkeiten und der Beitragsgestaltung unterscheiden. Deshalb sollte der Preis immer gemeinsam mit den Bedingungen betrachtet werden.

Welche Angaben für einen Vergleich benötigt werden

Typischerweise werden zunächst persönliche und vertragliche Eckdaten benötigt. Dazu gehören insbesondere Alter beziehungsweise Geburtsdatum, gewünschte Versicherungssumme, Laufzeit, Raucherstatus und teilweise berufliche Angaben.

Für einen ersten Tarifvergleich reichen häufig einige Grundinformationen. Für den endgültigen Vertragsabschluss folgen jedoch in der Regel weitere Angaben und insbesondere Gesundheitsfragen.

Das zunächst angezeigte Vergleichsergebnis sollte deshalb als Orientierung verstanden werden. Der tatsächliche Versicherungsbeitrag kann davon abhängen, wie der Versicherer das individuelle Risiko nach vollständiger Antragstellung bewertet.

Netto- und Bruttobeitrag verstehen

Bei Risikolebensversicherungen können Verbraucher auf unterschiedliche Beitragsangaben stoßen. Häufig werden ein aktuell zu zahlender Beitrag und daneben ein höherer tariflicher Höchstbeitrag angegeben.

Der tatsächlich erhobene Beitrag kann beispielsweise aufgrund von Überschüssen niedriger ausfallen. Diese Überschüsse sind jedoch nicht zwangsläufig für die gesamte Vertragsdauer in gleicher Höhe garantiert.

Gerade bei langen Laufzeiten lohnt es sich deshalb, nicht nur den aktuell günstig erscheinenden Zahlbeitrag zu betrachten. Auch der maximal mögliche beziehungsweise vertraglich relevante Beitrag sollte bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Warum der billigste Tarif nicht automatisch der beste ist

Bei einer Risikolebensversicherung steht eine sehr hohe finanzielle Leistung einem häufig vergleichsweise kleinen monatlichen Beitrag gegenüber. Dadurch erscheinen Unterschiede von wenigen Euro im Monat schnell besonders wichtig.

Trotzdem sollte der günstigste Tarif nicht automatisch gewählt werden. Eine Versicherung über 300.000 oder 500.000 Euro wird möglicherweise über Jahrzehnte abgeschlossen. Vertragsbedingungen und Flexibilität können deshalb wichtiger sein als ein minimaler Preisvorteil.

Interessant können beispielsweise Regelungen sein, die eine spätere Erhöhung der Versicherungssumme ermöglichen, wenn sich die Lebenssituation verändert. Dazu können Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf oder andere vertraglich definierte Ereignisse gehören.

Nachversicherung kann später viel wert sein

Eine Risikolebensversicherung wird häufig zu einem bestimmten Lebenszeitpunkt abgeschlossen. Das Leben entwickelt sich anschließend jedoch weiter. Ein Single kann heiraten, ein Paar kann Kinder bekommen und aus einer Mietwohnung kann später eine kreditfinanzierte Immobilie werden.

Eine Nachversicherungsgarantie kann ermöglichen, den Versicherungsschutz unter bestimmten Voraussetzungen später zu erhöhen, ohne dass eine vollständige neue Gesundheitsprüfung erforderlich wird. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich allerdings zwischen den Tarifen.

Gerade wer früh einen Vertrag abschließt, sollte deshalb nicht nur auf den heutigen Beitrag schauen. Flexible Anpassungsmöglichkeiten können langfristig einen erheblichen Wert haben.

Gesundheitsfragen: Genauigkeit ist wichtiger als ein niedriger Beitrag

Die Gesundheitsprüfung gehört zu den entscheidenden Punkten beim Abschluss. Fragen zu Diagnosen, Arztbesuchen, Behandlungen oder Medikamenten sollten sorgfältig gelesen und vollständig beantwortet werden.

Es wäre ein schwerer Fehler, relevante Angaben wegzulassen, um einen günstigeren Beitrag oder überhaupt einen Vertrag zu erhalten. Im Todesfall kann der Versicherer prüfen, ob die Angaben bei Antragstellung korrekt waren.

Wer sich bei bestimmten Diagnosen, Behandlungszeiträumen oder medizinischen Angaben nicht sicher ist, sollte seine Unterlagen sorgfältig zusammentragen. Der Schutz soll schließlich gerade dann zuverlässig funktionieren, wenn die Hinterbliebenen auf die Leistung angewiesen sind.

Risikovoranfrage bei Vorerkrankungen

Menschen mit relevanten Vorerkrankungen können bei verschiedenen Versicherern sehr unterschiedlich bewertet werden. Eine Diagnose, die bei einem Anbieter zu einem erheblichen Zuschlag führt, kann bei einem anderen Versicherer möglicherweise anders eingeordnet werden.

Je nach persönlicher Situation kann deshalb eine strukturierte Vorprüfung sinnvoll sein, bevor wahllos mehrere vollständige Anträge gestellt werden. Dabei geht es nicht darum, Erkrankungen zu verschweigen, sondern darum, unterschiedliche Annahmerichtlinien sinnvoll zu berücksichtigen.

Gerade bei komplexeren gesundheitlichen Vorgeschichten sollte der günstigste Onlinepreis daher nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein.

Welche Laufzeit ist sinnvoll?

Die Laufzeit sollte so gewählt werden, dass der relevante Absicherungsbedarf möglichst vollständig erfasst wird. Bei Familien kann beispielsweise der Zeitraum bis zur finanziellen Selbstständigkeit der Kinder eine Rolle spielen.

Bei einer Immobilienfinanzierung kann sich die Laufzeit am geplanten Verlauf der Finanzierung orientieren. Wer bis zum Renteneintritt ein hohes Erwerbseinkommen absichern möchte, kann wiederum einen anderen Zeitraum benötigen.

Eine unnötig lange Laufzeit kann den Beitrag erhöhen. Eine zu kurze Laufzeit ist jedoch problematischer, wenn der Versicherungsschutz endet, obwohl die finanzielle Abhängigkeit weiterhin besteht.

Was passiert mit den Beiträgen am Vertragsende?

Eine klassische Risikolebensversicherung ist kein Sparvertrag. Endet die Laufzeit und die versicherte Person lebt, wird normalerweise keine Versicherungssumme ausgezahlt und die gezahlten Beiträge werden nicht einfach zurückerstattet.

Das ist kein Nachteil im Sinne einer nicht erbrachten Versicherungsleistung, sondern Teil des Produkts. Die Beiträge finanzieren den Versicherungsschutz für das Risiko des Todes während der Laufzeit.

Dadurch kann eine Risikolebensversicherung einen hohen Todesfallschutz häufig deutlich günstiger ermöglichen als Versicherungsprodukte, die zusätzlich einen Spar- oder Kapitalanlageanteil enthalten.

Können die Kosten später steigen?

Ob und wie sich Beiträge entwickeln können, hängt von der konkreten Tarifgestaltung ab. Besonders wichtig ist die bereits erwähnte Unterscheidung zwischen dem aktuell zu zahlenden Beitrag und dem tariflich möglichen Höchstbeitrag.

Verbraucher sollten deshalb vor Vertragsabschluss prüfen, welche Beitragsbestandteile garantiert sind und welche von Überschüssen oder anderen Kalkulationsmechanismen abhängen.

Wer lediglich den momentan sichtbaren Monatsbetrag vergleicht, kann langfristige Unterschiede zwischen zwei Tarifen übersehen. Bei einer Laufzeit von beispielsweise 20 oder 30 Jahren ist diese Betrachtung besonders wichtig.

Typische Fehler beim Abschluss vermeiden

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, die Versicherungssumme so weit zu reduzieren, bis ein gewünschter Monatsbeitrag erreicht wird. Damit wird die Reihenfolge umgedreht: Zuerst sollte der benötigte Schutz ermittelt und anschließend ein passender Tarif gesucht werden.

Ebenso problematisch kann eine zu kurze Laufzeit sein. Wer eine Familie noch 20 Jahre finanziell absichern muss, sollte nicht nur deshalb einen deutlich kürzeren Vertrag wählen, weil der Beitrag attraktiver aussieht.

Auch ungenaue Gesundheitsangaben, ein falscher Raucherstatus oder ein unvollständig angegebener Risikoberuf können gravierende Folgen haben. Ein sauber ausgefüllter Antrag ist deshalb mindestens genauso wichtig wie ein guter Preis.

Wie lassen sich die Kosten sinnvoll reduzieren?

Guten Versicherungsschutz günstiger zu bekommen bedeutet nicht zwangsläufig, Leistungen zu streichen. Der wirkungsvollste Ansatz besteht häufig darin, mehrere geeignete Tarife unter identischen Voraussetzungen miteinander zu vergleichen.

Auch die Gestaltung des Vertrags kann einen Unterschied machen. Soll beispielsweise ausschließlich ein kontinuierlich sinkender Immobilienkredit abgesichert werden, kann eine passend konstruierte fallende Versicherungssumme günstiger sein als eine dauerhaft gleichbleibende hohe Summe.

Nicht sinnvoll wäre dagegen, eine benötigte Versicherungssumme deutlich zu reduzieren oder eine unpassend kurze Laufzeit zu wählen. Ein niedriger Beitrag ist nur dann ein Vorteil, wenn der Vertrag weiterhin seinen eigentlichen Zweck erfüllt.

Risikolebensversicherung früh abschließen – lohnt sich das?

Wer jung und gesund ist, kann häufig besonders günstige Voraussetzungen für eine Risikolebensversicherung haben. Ein früher Abschluss kann deshalb interessant sein, wenn bereits ein konkreter Absicherungsbedarf besteht oder absehbar entsteht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder junge Erwachsene vorsorglich eine hohe Versicherungssumme abschließen muss. Ohne finanziell abhängige Angehörige, gemeinsame Kreditverpflichtungen oder andere relevante Risiken kann der Bedarf wesentlich geringer sein.

Entscheidend ist immer die persönliche Situation. Sobald jedoch Partner, Kinder oder eine große Finanzierung finanziell vom Einkommen einer Person abhängen, gewinnt die Absicherung erheblich an Bedeutung.

Risikolebensversicherung für Paare richtig gestalten

Paare sollten nicht nur die Höhe der Versicherungssumme betrachten, sondern auch überlegen, wer tatsächlich abgesichert werden muss. In vielen Familien ist es sinnvoll, beide Partner zu versichern – selbst dann, wenn die Einkommen unterschiedlich hoch sind.

Denn auch die Arbeitsleistung eines nicht oder nur teilweise erwerbstätigen Partners hat einen erheblichen wirtschaftlichen Wert. Fällt beispielsweise die Kinderbetreuung weg, können zusätzliche Kosten entstehen oder der andere Partner muss seine Arbeitszeit reduzieren.

Für Paare existieren verschiedene Vertragskonstellationen. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem von familiärer Situation, Finanzierung, steuerlichen Aspekten und der gewünschten Flexibilität ab.

Kosten und Nutzen realistisch gegeneinander abwägen

Bei kaum einer Versicherung ist das Verhältnis zwischen laufendem Beitrag und möglicher Leistung so auffällig wie bei der Risikolebensversicherung. Für einen relativ überschaubaren Beitrag kann eine Versicherungssumme von mehreren Hunderttausend Euro vereinbart werden.

Der tatsächliche Nutzen lässt sich jedoch nicht daran messen, ob die Versicherung jemals auszahlt. Entscheidend ist, ob während eines finanziell kritischen Lebensabschnitts ein existenzielles Risiko abgesichert wird.

Für Menschen ohne finanziell abhängige Angehörige und ohne größere gemeinsame Verpflichtungen kann eine hohe Todesfallabsicherung dagegen unnötig sein. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur „Was kostet eine Risikolebensversicherung?“, sondern auch „Welches finanzielle Risiko soll sie konkret absichern?“.

FAQ: Häufige Fragen zu den Kosten einer Risikolebensversicherung

Die Beiträge einer Risikolebensversicherung lassen sich nur individuell beurteilen. Besonders häufig entstehen Fragen zur Höhe des Beitrags, zu Veränderungen während der Laufzeit und dazu, wie viel Versicherungsschutz tatsächlich sinnvoll ist. Die folgenden Antworten helfen bei der Einordnung.

Wie viel kostet eine Risikolebensversicherung im Monat?

Die monatlichen Kosten hängen stark von Alter, Versicherungssumme, Vertragsdauer, Raucherstatus, Gesundheitszustand, Beruf und weiteren Risikomerkmalen ab. Junge gesunde Nichtraucher können teilweise bereits mit einem relativ niedrigen zweistelligen oder je nach Konstellation auch niedrigeren Monatsbetrag einen hohen Versicherungsschutz erhalten.

Pauschale Preisangaben sollten trotzdem nur als grobe Orientierung verstanden werden. Ein Tarif über 100.000 Euro lässt sich nicht sinnvoll mit einer Absicherung über 500.000 Euro vergleichen. Maßgeblich ist immer der Preis für die tatsächlich benötigte Versicherungssumme und Laufzeit.

Was kostet eine Risikolebensversicherung über 500.000 Euro?

Eine Versicherungssumme von 500.000 Euro muss nicht automatisch extrem teuer sein. Für junge und gesunde Versicherte können auch hohe Absicherungssummen grundsätzlich zu überschaubaren Beiträgen möglich sein.

Mit zunehmendem Eintrittsalter oder bei zusätzlichen Risikofaktoren kann der Beitrag allerdings erheblich steigen. Deshalb sollte bei einer so hohen Absicherung ein individueller Tarifvergleich durchgeführt werden, bei dem identische Laufzeiten und Vertragsbedingungen gegenübergestellt werden.

Warum zahlen Raucher deutlich mehr?

Rauchen erhöht aus Sicht der Versicherer das statistische Todesfallrisiko und wird deshalb bei der Beitragskalkulation berücksichtigt. Die Beitragsunterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern können erheblich ausfallen.

Welche Personen genau als Raucher gelten, definiert der jeweilige Versicherer. Deshalb sollte nicht aufgrund einer eigenen Interpretation beispielsweise angenommen werden, gelegentliches Rauchen müsse nicht angegeben werden. Maßgeblich ist die konkrete Fragestellung im Antrag.

Kann ich eine bestehende Risikolebensversicherung später günstiger wechseln?

Ein Wechsel kann grundsätzlich geprüft werden, beispielsweise wenn ein anderer Tarif bei vergleichbarer Leistung günstiger erscheint. Allerdings ist ein Neuabschluss nicht mit dem Wechsel eines Strom- oder Handytarifs vergleichbar.

Bei einem neuen Vertrag werden Alter und Gesundheitszustand erneut berücksichtigt. Hat sich die Gesundheit seit dem ursprünglichen Abschluss verschlechtert, kann der neue Vertrag teurer werden oder schwieriger zu erhalten sein. Eine bestehende Versicherung sollte deshalb normalerweise erst gekündigt werden, wenn der gewünschte neue Versicherungsschutz tatsächlich verbindlich zustande gekommen ist.

Sollte ich beim günstigsten Anbieter abschließen?

Nicht automatisch. Der Beitrag ist ein wichtiges Vergleichskriterium, sollte aber gemeinsam mit Versicherungssumme, Laufzeit, Beitragsgestaltung und Vertragsbedingungen betrachtet werden.

Besonders bei langfristigen Verträgen können Nachversicherungsmöglichkeiten und andere flexible Regelungen wichtig sein. Ein Tarif, der monatlich etwas mehr kostet, kann deshalb trotzdem besser zur persönlichen Situation passen. Ziel sollte nicht der niedrigste Preis um jeden Preis sein, sondern ein gutes Verhältnis aus passendem Schutz, verlässlichen Bedingungen und tragbarem Beitrag.

Fazit: Guter Todesfallschutz muss nicht teuer sein

Die Kosten einer Risikolebensversicherung können überraschend niedrig sein, wenn der Vertrag früh abgeschlossen wird und keine besonderen Risikofaktoren bestehen. Gleichzeitig können Eintrittsalter, Rauchen, Vorerkrankungen, Beruf, Laufzeit und eine hohe Versicherungssumme den Beitrag deutlich erhöhen. Einen universellen Preis für guten Todesfallschutz gibt es deshalb nicht.

Der wichtigste Schritt besteht darin, zuerst den tatsächlichen Absicherungsbedarf zu bestimmen. Wie viel Geld würde der Familie fehlen? Welche Kreditverpflichtungen bestehen? Wie lange muss das Einkommen ersetzt werden? Erst wenn Versicherungssumme und Laufzeit realistisch feststehen, lässt sich beurteilen, welcher Tarif tatsächlich günstig ist.

Ein sorgfältiger Vergleich kann anschließend erhebliche Preisunterschiede sichtbar machen. Dabei sollte jedoch nicht allein der niedrigste Monatsbeitrag entscheiden. Gesundheitsprüfung, Beitragsgestaltung, Nachversicherungsmöglichkeiten und weitere Vertragsbedingungen gehören ebenfalls zur Bewertung.

Eine gute Risikolebensversicherung ist letztlich nicht die Police mit dem spektakulärsten Niedrigpreis. Gut ist ein Todesfallschutz dann, wenn er im entscheidenden Moment ausreichend hoch ist, lange genug besteht und zu Bedingungen abgeschlossen wurde, die auch langfristig zur persönlichen Lebenssituation passen.

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