Die ING Deutschland will noch 2026 eine echte Kreditkarte auf den Markt bringen und damit eine Lücke schließen, die vor allem auf Reisen und bei bestimmten Reservierungen bislang spürbar war. Anders als die heute zum Girokonto gehörende Visa Debitkarte soll es sich um eine Charge-Kreditkarte handeln, bei der Ausgaben nicht unmittelbar vom Girokonto abgebucht, sondern gesammelt abgerechnet werden.
Gleichzeitig steht beim ING Girokonto eine deutlich größere Veränderung bevor. Für Mitte 2027 plant die Direktbank die Einführung neuer Kontomodelle im Rahmen einer konzernweiten Struktur mit vier unterschiedlichen Varianten. Wie teuer die neuen Modelle in Deutschland werden und ob es weiterhin ein kostenlos nutzbares Girokonto geben wird, ist derzeit noch nicht abschließend bekannt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die ING Deutschland will ihre neue Charge-Kreditkarte noch 2026 einführen und peilt einen Start möglichst vor dem Weihnachtsgeschäft an.
- Aktuell erhalten Girokonto-Kunden weiterhin eine kostenlose Visa Debitkarte, aber keine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen.
- Konkrete Preise, Kreditrahmen und weitere Konditionen der neuen Kreditkarte sind noch nicht veröffentlicht.
- Für Mitte 2027 bereitet die ING neue Girokonto-Modelle vor, die Teil einer konzernweiten Struktur mit vier Varianten werden sollen.
- Bestandskunden müssen derzeit nichts ändern und sollten auf die konkreten Konditionen der neuen Angebote warten.
ING will die echte Kreditkarte noch 2026 einführen
Die Einführung einer klassischen Kreditkarte gehört bereits seit längerem zur Produktplanung der ING Deutschland. Anfang 2026 hatte die Bank offiziell angekündigt, im weiteren Jahresverlauf eine Charge-Kreditkarte einzuführen. Anfang August wurde der Zeitplan konkreter: Das Ziel ist, die Karte so rechtzeitig verfügbar zu machen, dass möglichst viele Kunden sie bereits für Einkäufe im Weihnachtsgeschäft 2026 einsetzen können.
Ein verbindliches Startdatum wurde allerdings noch nicht genannt. Ebenso fehlen bislang die entscheidenden Konditionen wie Jahresgebühr, Voraussetzungen für die Beantragung, möglicher Kreditrahmen, Fremdwährungsentgelt oder Gebühren für Bargeldabhebungen.
Für Verbraucher bedeutet das: Die Einführung ist deutlich konkreter geworden, ein vollständiger Vergleich mit anderen Kreditkarten ist derzeit aber noch nicht möglich. Erst wenn das Preis- und Leistungsverzeichnis für die neue Karte vorliegt, lässt sich beurteilen, wie attraktiv das Angebot tatsächlich ausfällt.
Warum die neue ING-Kreditkarte mehr als eine weitere Bezahlkarte ist
Das aktuelle ING Girokonto beinhaltet bereits eine Visa Card, allerdings handelt es sich dabei um eine Debitkarte. Zahlungen werden deshalb unmittelbar beziehungsweise zeitnah dem zugehörigen Girokonto belastet und es gibt keinen klassischen monatlichen Kreditkartenrahmen.
Bei einer Charge-Kreditkarte funktioniert die Abrechnung anders. Kartenumsätze werden zunächst gesammelt und anschließend regelmäßig, typischerweise einmal im Monat, vollständig vom hinterlegten Girokonto abgebucht. Dadurch entsteht zwischen Kauf und Abrechnung ein kurzfristiger finanzieller Spielraum.
Gerade bei Reisen kann der Unterschied relevant werden. Hotels, Mietwagenanbieter oder andere Unternehmen verlangen teilweise eine klassische Kreditkarte, um eine Kaution oder Sicherheitsleistung über den verfügbaren Kreditrahmen zu reservieren. Eine Debitkarte funktioniert zwar bei vielen Anbietern problemlos, ist aber nicht in jeder Situation gleichwertig.
Was mit der bisherigen Visa Debitkarte passiert, ist noch offen
Aktuell gehört die Visa Debitkarte weiterhin zum normalen ING Girokonto und verursacht keine zusätzliche Karten-Jahresgebühr. Ob sie nach Einführung der neuen Kreditkarte unverändert Bestandteil des Girokontos bleibt oder künftig unterschiedliche Karten je nach Kontomodell angeboten werden, ist bisher nicht abschließend bekannt.
Deshalb wäre es verfrüht, davon auszugehen, dass bestehende Kunden automatisch eine neue Kreditkarte erhalten. Ebenso steht noch nicht fest, ob die Charge-Kreditkarte grundsätzlich kostenlos angeboten, gegen eine separate Gebühr erhältlich oder Bestandteil eines höherwertigen Kontomodells sein wird.
Gerade dieser Punkt dürfte für die Attraktivität des neuen Angebots entscheidend sein. Eine kostenpflichtige Kreditkarte kann sich beispielsweise durch Reiseleistungen, Versicherungen oder günstigere Auslandskonditionen rechtfertigen, während eine reine Bezahlkarte ohne Zusatzleistungen stärker über ihren Preis konkurrieren müsste.
Neue Girokonto-Modelle sollen Mitte 2027 kommen
Die größere Veränderung betrifft möglicherweise nicht die Kreditkarte selbst, sondern das gesamte Girokonto-Angebot der ING. Die Bank arbeitet an einer neuen Kontostruktur, deren Einführung in Deutschland nach aktuellem Stand für Mitte 2027 vorgesehen ist.
Hintergrund ist eine konzernweite Strategie der ING. In den internationalen Privatkundenmärkten soll künftig mit vier Kontomodellen gearbeitet werden: ING Go, ING More, ING Extra und ING Max. Die jeweiligen Leistungen werden allerdings an die einzelnen Märkte angepasst, weshalb sich aus bereits eingeführten Modellen anderer Länder nicht automatisch auf die zukünftigen deutschen Konditionen schließen lässt.
Das Konzept geht über ein klassisches Girokonto mit unterschiedlichen Karten hinaus. Je nach Markt können beispielsweise Debit- und Kreditkarten, Bank- und Anlageleistungen, Versicherungen, Reisevorteile, Cashback oder weitere Zusatzleistungen Bestandteil verschiedener Pakete sein. Welche davon tatsächlich in Deutschland angeboten werden, ist bislang offen.
Bleibt das ING Girokonto weiterhin kostenlos?
Diese Frage dürfte für viele bestehende Kunden wichtiger sein als die neue Kreditkarte. Nach den derzeit geltenden Konditionen kostet das normale ING Girokonto 0 Euro pro Monat, wenn mindestens 1.000 Euro monatlicher Geldeingang vorhanden sind oder der Kontoinhaber unter 28 Jahre alt ist.
Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, zahlt derzeit 4,90 Euro monatlich. Zusätzlich kann eine Girocard für 1,49 Euro pro Monat gebucht werden, während die Visa Debitkarte Bestandteil des Girokontos ist.
Ob es nach der geplanten Umstellung 2027 weiterhin ein vergleichbares kostenloses Modell geben wird, hat die ING bislang nicht verbindlich zugesagt. Die Bank betont allerdings, dass sie ihr wettbewerbsfähiges Angebot im Girokonto-Bereich beibehalten wolle. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, welche Preise oder Bedingungen für einzelne Modelle gelten werden.
Für Kunden wäre deshalb auch eine Schlussfolgerung wie „Das kostenlose ING Girokonto wird abgeschafft“ derzeit nicht gerechtfertigt. Bekannt ist lediglich, dass eine neue Struktur mit mehreren Modellen geplant ist und deren konkrete Ausgestaltung für Deutschland noch entwickelt wird.
Kreditkarte und Kontomodell könnten künftig stärker zusammenhängen
Interessant wird vor allem die Frage, wie die neue Kreditkarte langfristig in die vier Kontomodelle integriert wird. Die internationale Strategie der ING sieht ausdrücklich vor, dass unterschiedliche Kartenangebote Bestandteil verschiedener Pakete sein können.
Denkbar wäre deshalb beispielsweise ein Basismodell mit Debitkarte und ein umfangreicheres Modell mit zusätzlicher Kreditkarte. Ob die ING Deutschland genau diesen Weg geht, wurde bislang jedoch nicht bekannt gegeben und sollte deshalb noch nicht als feststehende Produktstruktur betrachtet werden.
Für Verbraucher wird ein späterer Vergleich dadurch etwas anspruchsvoller. Entscheidend ist dann möglicherweise nicht mehr allein die monatliche Kontoführungsgebühr, sondern der Gesamtpreis für Konto, Debitkarte, Kreditkarte, Girocard und eventuell enthaltene Zusatzleistungen.
Was ING-Kunden jetzt prüfen sollten
Ein vorschneller Kontowechsel ist aufgrund der angekündigten Änderungen nicht notwendig. Die aktuellen Konditionen gelten weiterhin, und weder für die neuen Girokonto-Modelle noch für die Charge-Kreditkarte stehen derzeit sämtliche Preise und Leistungsdetails fest.
Wer bereits ein ING Girokonto besitzt, kann zunächst prüfen, welche Karten er tatsächlich benötigt. Für alltägliche Zahlungen in Deutschland und im Euroraum kann eine Debitkarte vollkommen ausreichend sein. Wer regelmäßig Mietwagen bucht, Hotels mit Kaution nutzt oder häufiger außerhalb Deutschlands reist, kann dagegen stärker von einer klassischen Kreditkarte profitieren.
Wichtig wird außerdem die Kostenstruktur sein. Neben einer möglichen Jahresgebühr sollten bei der kommenden ING-Kreditkarte insbesondere Fremdwährungsgebühren, Bargeldkosten, mögliche Zusatzleistungen und die Voraussetzungen für den Kreditrahmen geprüft werden.
Lohnt sich ein Wechsel wegen der neuen Kreditkarte?
Noch lässt sich diese Frage nicht seriös beantworten. Wer heute bereits eine separate Kreditkarte besitzt, sollte sie nicht allein aufgrund der Ankündigung kündigen, denn die vollständigen Bedingungen des kommenden ING-Angebots stehen noch nicht fest.
Nach Veröffentlichung der Konditionen lohnt sich ein direkter Vergleich. Dabei sollte nicht nur die Jahresgebühr berücksichtigt werden, sondern beispielsweise auch, ob weltweit kostenlos bezahlt werden kann, welche Kosten bei Bargeldabhebungen entstehen und ob Versicherungs- oder Reiseleistungen enthalten sind.
Auch für Interessenten eines neuen Girokontos sollte die Kreditkartenankündigung momentan nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Die bestehenden Kontokonditionen sind bekannt, während sowohl die kommende Kreditkarte als auch die für 2027 geplanten Kontomodelle noch nicht vollständig ausgestaltet sind.
Warum sich ein Girokonto-Vergleich spätestens 2027 lohnen könnte
Spätestens wenn die ING die Preise und Leistungen ihrer neuen Kontomodelle veröffentlicht, sollten Bestandskunden die bisherige mit der zukünftigen Kostenstruktur vergleichen. Gerade Zusatzpakete können attraktiv wirken, obwohl einzelne enthaltene Leistungen möglicherweise gar nicht benötigt werden.
Ein Kontomodell für beispielsweise 5 oder 10 Euro monatlich wäre nicht automatisch teuer, wenn dadurch andere kostenpflichtige Leistungen ersetzt werden. Umgekehrt kann ein kostenloses oder günstigeres Basismodell die bessere Wahl sein, wenn Kreditkarte, Versicherungen oder weitere Extras nicht benötigt werden.
Ein sinnvoller Girokonto-Vergleich berücksichtigt deshalb immer das persönliche Nutzungsverhalten. Kontoführungsgebühr, Kartenkosten, Bargeldversorgung, Fremdwährungsentgelt, Dispozins und zusätzliche Leistungen sollten gemeinsam betrachtet werden.
Was als Nächstes wichtig wird
Als nächster Schritt werden vor allem die konkreten Konditionen der Charge-Kreditkarte entscheidend sein. Neben dem tatsächlichen Starttermin dürften insbesondere die Kosten, die Höhe beziehungsweise Vergabe des Kreditrahmens und die Kombination mit dem bestehenden Girokonto für Verbraucher relevant werden.
Bei den neuen Girokonto-Modellen ist dagegen noch mehr Geduld notwendig. Der derzeitige Zeitplan sieht die Einführung in Deutschland für Mitte 2027 vor, sodass bis dahin noch Änderungen an Preisen, Leistungen und Produktdetails möglich sind.
Für bestehende ING-Kunden besteht deshalb aktuell kein unmittelbarer Handlungsdruck. Interessant wird die Entwicklung vor allem dann, wenn die Bank veröffentlicht, welches Kontomodell künftig welche Karten enthält und welche monatlichen oder jährlichen Kosten dafür entstehen.
Erst die Konditionen entscheiden über den wirklichen Mehrwert
Mit der geplanten Charge-Kreditkarte beseitigt die ING einen Nachteil ihres bisherigen Kartenangebots. Besonders für Reisende und Verbraucher, die regelmäßig Mietwagen oder Hotels buchen, könnte eine echte Kreditkarte das bestehende Girokonto sinnvoll ergänzen.
Ob daraus tatsächlich ein besonders attraktives Gesamtangebot entsteht, lässt sich aber erst nach Veröffentlichung der Preise und Leistungen beurteilen. Noch wichtiger dürfte die für Mitte 2027 geplante Neuordnung der Girokonten werden, denn sie kann langfristig beeinflussen, welche Karten und Zusatzleistungen Kunden erhalten und welche monatlichen Kosten dafür entstehen.
Für Bestandskunden lautet die sinnvollste Strategie deshalb momentan: bestehendes Konto weiter nach den aktuellen Konditionen nutzen und die kommenden Details abwarten. Sobald die neuen Preise feststehen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, das ING-Angebot mit anderen Girokonten und Kreditkarten zu vergleichen.
FAQ zur neuen ING-Kreditkarte
Viele Details zur neuen ING-Kreditkarte sind bereits angekündigt, bei wichtigen Punkten wie dem genauen Starttermin, den Kosten und den konkreten Leistungen gibt es aber noch offene Fragen. Die folgenden Antworten fassen zusammen, was zur neuen Charge-Kreditkarte derzeit bekannt ist und worauf ING-Kunden in den kommenden Monaten achten sollten.
Wann kommt die neue ING-Kreditkarte?
Die ING plant die Einführung noch im Jahr 2026 und möchte die Karte möglichst rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft verfügbar machen. Ein verbindlicher Starttermin wurde bislang nicht veröffentlicht.
Ist die aktuelle ING Visa Card bereits eine echte Kreditkarte?
Nein, die derzeit zum Girokonto gehörende Visa Card ist eine Debitkarte. Kartenzahlungen werden direkt beziehungsweise zeitnah vom Girokonto abgebucht und es gibt keinen klassischen monatlichen Kreditkartenrahmen.
Wird die neue ING-Kreditkarte kostenlos?
Dazu liegen bislang keine verbindlichen Konditionen vor. Ob eine Jahresgebühr anfällt oder die Kreditkarte Bestandteil eines bestimmten Girokonto-Modells wird, bleibt abzuwarten.
Wird das kostenlose ING Girokonto abgeschafft?
Eine Abschaffung ist derzeit nicht angekündigt. Fest steht lediglich, dass die ING Deutschland für Mitte 2027 eine neue Girokonto-Struktur mit mehreren Modellen vorbereitet; deren Preise und Bedingungen sind noch offen.
Müssen ING-Kunden jetzt etwas unternehmen?
Nein, aufgrund der aktuellen Ankündigungen besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Sinnvoll wird ein neuer Vergleich, sobald die Bank die vollständigen Konditionen der Kreditkarte beziehungsweise der neuen Kontomodelle veröffentlicht.