Eine fehlgeschlagene Rufnummernmitnahme ist besonders ärgerlich, weil die bisherige Telefonnummer oft seit Jahren genutzt wird und bei Familie, Freunden, Arbeitgebern, Kunden oder Online-Diensten hinterlegt ist. Wird die Portierung abgelehnt, verschoben oder scheinbar nicht ausgeführt, entsteht schnell Unsicherheit darüber, ob die Nummer verloren gehen könnte und welcher Anbieter das Problem eigentlich lösen muss.
Hinter einer gescheiterten Portierung steckt jedoch nicht automatisch ein schwerwiegender technischer Fehler. Häufig reichen bereits abweichende Kundendaten, ein falsch gewählter Portierungszeitpunkt, ein ungeklärter Vertragsstatus oder eine nicht korrekt übermittelte Anfrage aus, damit der Vorgang zunächst gestoppt wird.
Entscheidend ist jetzt, nicht mehrfach unkoordiniert neue Portierungsaufträge auszulösen. Prüfe stattdessen zuerst die Ablehnungsursache, gleiche deine Daten ab und kläre mit dem neuen Anbieter, welcher konkrete Punkt korrigiert werden muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Kundendaten exakt vergleichen: Name, Anschrift, Geburtsdatum und die zu übertragende Rufnummer sollten beim alten und neuen Anbieter übereinstimmen. Abweichungen können dazu führen, dass die Portierung nicht durchgeführt wird.
- Ablehnungsgrund herausfinden: Lass dir nicht nur mitteilen, dass die Portierung „nicht möglich“ sei, sondern frage nach dem konkreten Ablehnungsgrund oder Fehlercode.
- Portierungszeitpunkt kontrollieren: Eine Mobilfunknummer kann je nach gewünschtem Ablauf zum Vertragsende oder bereits vorher übertragen werden. Eine vorzeitige Portierung beendet den alten Vertrag allerdings nicht automatisch.
- Nicht vorschnell neue Aufträge stellen: Mehrere parallel laufende Portierungsanfragen können die Zuordnung zusätzlich erschweren. Kläre zuerst den bestehenden Vorgang.
- Unterlagen sichern: Bestellbestätigung, Kündigungsbestätigung, Portierungsauftrag und bisherige Nachrichten helfen dir, den Ablauf nachvollziehbar zu dokumentieren.
- Bei längerer Blockade eskalieren: Kann das Problem mit den beteiligten Anbietern nicht geklärt werden, kommen eine Beschwerde und gegebenenfalls eine außergerichtliche Schlichtung infrage.
Warum funktioniert die Rufnummernmitnahme nicht?
Eine Portierung läuft technisch zwar weitgehend im Hintergrund ab, setzt aber voraus, dass mehrere Angaben und Termine zusammenpassen. Der neue Anbieter stößt den Vorgang an und stimmt sich dazu mit dem bisherigen Anbieter beziehungsweise den beteiligten Netzbetreibern ab.
Einer der häufigsten Gründe für eine Ablehnung sind unterschiedliche Kundendaten. Wenn beispielsweise beim alten Anbieter noch eine frühere Anschrift, ein abweichender Nachname oder ein anderer Vertragsinhaber gespeichert ist, kann der Portierungsauftrag nicht eindeutig zugeordnet werden.
Auch der gewünschte Zeitpunkt kann Probleme verursachen. Wer seine Nummer sofort aus einem noch laufenden Mobilfunkvertrag übertragen möchte, benötigt einen anderen Ablauf als jemand, dessen Rufnummer erst zum regulären Vertragsende übernommen werden soll.
Bei Prepaid-Angeboten können zusätzlich unvollständige oder nicht mehr aktuelle Kundendaten eine Rolle spielen. Ebenso problematisch kann es werden, wenn der tatsächliche Vertragsinhaber nicht mit der Person übereinstimmt, die den neuen Vertrag abgeschlossen und die Portierung beauftragt hat.
Manchmal liegt der Fehler auch auf Anbieterseite. Ein Portierungsauftrag kann unvollständig übertragen, einem falschen Vorgang zugeordnet oder aufgrund eines technischen Fehlers abgelehnt worden sein, obwohl die Kundendaten grundsätzlich stimmen.
Das solltest du als Erstes prüfen
Bevor du einen neuen Portierungsauftrag auslöst, solltest du herausfinden, an welcher Stelle der bestehende Vorgang gescheitert ist. Eine strukturierte Prüfung ist meistens schneller als mehrere Anrufe bei unterschiedlichen Hotlines ohne klare Fragestellung.
Prüfe zuerst die Bestätigung des neuen Anbieters. Dort sollte erkennbar sein, welche Rufnummer portiert werden soll und ob die Mitnahme sofort, zum Vertragsende oder zu einem anderen vereinbarten Zeitpunkt beantragt wurde.
Vergleiche anschließend deine persönlichen Daten mit denen beim bisherigen Anbieter. Besonders relevant sind Name, Anschrift, Geburtsdatum und die Rufnummer selbst, denn diese Angaben müssen für eine erfolgreiche Zuordnung zusammenpassen.
Kontrolliere außerdem die Kündigungsbestätigung des bisherigen Vertrags, sofern die Rufnummer zum Vertragsende übertragen werden soll. Vertragsende und geplanter Portierungstermin sollten zueinander passen und eindeutig dokumentiert sein.
Hast du bereits eine Ablehnung erhalten, suche darin nach einem konkreten Grund. Begriffe wie „Kundendaten stimmen nicht überein“, „Portierung nicht freigegeben“, „Vertragsinhaber abweichend“ oder Hinweise auf einen unzulässigen Termin helfen dabei, gezielt nachzubessern.
Rufnummernmitnahme funktioniert nicht: So gehst du Schritt für Schritt vor
Wichtig ist jetzt eine klare Reihenfolge. Wenn du weißt, wo der Vorgang hängt, lässt sich die Portierung häufig mit einer gezielten Korrektur erneut anstoßen.
1. Portierungsstatus beim neuen Anbieter prüfen
Kontrolliere im Kundenportal oder beim Kundenservice, ob die Mitnahme noch bearbeitet, bereits abgelehnt oder auf einen späteren Termin verschoben wurde. Bitte bei einer Ablehnung ausdrücklich um den konkreten Grund.
2. Hinterlegte Kundendaten abgleichen
Vergleiche die Daten des neuen Portierungsauftrags mit den beim bisherigen Anbieter gespeicherten Angaben. Schon kleine Unterschiede beim Namen, bei der Anschrift oder beim Vertragsinhaber können entscheidend sein.
3. Vertragsinhaber eindeutig feststellen
Prüfe, auf wen der alte Vertrag tatsächlich läuft. Besonders bei Familienverträgen, Partnerverträgen oder älteren Prepaid-Karten kann der gespeicherte Vertragsinhaber von der Person abweichen, die den neuen Vertrag abgeschlossen hat.
4. Gewünschten Portierungstermin kontrollieren
Kläre, ob die Nummer sofort oder erst zum Ende des bisherigen Vertrags übertragen werden soll. Bei Mobilfunkverträgen ist eine Mitnahme bereits vor Vertragsende möglich, wobei der bisherige Vertrag dadurch nicht beendet wird und bis zu seinem Ende weiterlaufen kann.
5. Fehler beim zuständigen Anbieter korrigieren
Sind die Daten beim bisherigen Anbieter falsch, lasse diese dort korrigieren. Ist dagegen der Portierungsauftrag beim neuen Anbieter fehlerhaft, sollte dieser den Auftrag mit den richtigen Angaben erneut einreichen.
6. Neue Portierung erst nach Klärung starten
Löse nicht gleichzeitig mehrere neue Anfragen aus. Lass dir nach der Korrektur bestätigen, dass der bestehende Vorgang angepasst oder ein neuer Auftrag eindeutig und vollständig eingereicht wurde.
7. Neuen Termin schriftlich bestätigen lassen
Bitte um eine schriftliche Information zum geplanten Portierungstermin. Dadurch kannst du später nachvollziehen, ob die technische Übernahme zum vereinbarten Zeitpunkt tatsächlich erfolgt ist.
8. Bei erneutem Scheitern schriftlich reklamieren
Wird die Portierung trotz korrigierter Daten erneut abgelehnt, solltest du eine schriftliche Reklamation einreichen. Verlange darin eine konkrete Begründung und eine Lösung innerhalb einer angemessenen Frist.
Diese Nachweise solltest du sichern
Bei einer Portierung ist eine saubere Dokumentation besonders hilfreich, weil alter Anbieter, neuer Anbieter und gegebenenfalls unterschiedliche Netzbetreiber beteiligt sein können. Je genauer sich der Ablauf rekonstruieren lässt, desto leichter kann festgestellt werden, wo die Übertragung hängen geblieben ist.
Auftragsbestätigung des neuen Anbieters: Sie zeigt, dass die Rufnummernmitnahme beauftragt wurde und welche Angaben dabei verwendet wurden. Besonders wichtig ist, ob der gewünschte Portierungszeitpunkt daraus hervorgeht.
Kündigungsbestätigung des bisherigen Anbieters: Bei einer Portierung zum Vertragsende dokumentiert sie, wann der bisherige Vertrag endet. Dieses Datum kann entscheidend sein, wenn der Portierungsauftrag wegen eines vermeintlich falschen Termins abgelehnt wurde.
Nachrichten zur Portierung: Speichere E-Mails, SMS und Mitteilungen aus den Kundenportalen beider Anbieter. Ablehnungsgründe, Terminbestätigungen und Statusinformationen können später wichtige Anhaltspunkte liefern.
Screenshots aus dem Kundenportal: Ändern sich Statusanzeigen oder verschwinden ältere Nachrichten, hast du damit weiterhin einen Nachweis. Achte darauf, dass Datum und relevante Angaben erkennbar sind.
Kundennummern und Vertragsnummern: Halte die Daten beider Verträge getrennt fest. Dadurch lassen sich Anfragen beim Kundenservice wesentlich schneller zuordnen.
Die zuständige Regulierungsbehörde empfiehlt bei Problemen mit einem Anbieterwechsel unter anderem die Auftragsbestätigung des neuen Anbieters einschließlich des Portierungsauftrags, die Kündigungsbestätigung des bisherigen Anbieters sowie die betreffenden Kundennummern bereitzuhalten.
Anbieter kontaktieren: So sollte deine Reklamation aussehen
Eine allgemeine Nachricht wie „Meine Rufnummernmitnahme klappt nicht“ reicht häufig nicht aus. Der Kundenservice muss den betreffenden Portierungsvorgang möglichst eindeutig finden und nachvollziehen können.
Nenne deshalb deinen vollständigen Namen, deine Kundennummer beim neuen Anbieter, die zu portierende Rufnummer und – soweit bekannt – den vorgesehenen Portierungstermin. Falls dir bereits ein Ablehnungsgrund genannt wurde, sollte auch dieser ausdrücklich in der Nachricht stehen.
Schreibe anschließend konkret, was du bereits geprüft oder korrigiert hast. Wenn beispielsweise die Anschrift beim bisherigen Anbieter berichtigt wurde, sollte der neue Anbieter wissen, dass eine erneute Anfrage nun mit den aktualisierten Daten gestellt werden kann.
Fordere außerdem eine klare Rückmeldung dazu an, was als Nächstes passiert. Statt lediglich um „Prüfung“ zu bitten, kannst du um Bestätigung bitten, ob der Auftrag erneut eingereicht wurde und zu welchem Termin die Portierung vorgesehen ist.
Mustertext für deine Nachricht an den Anbieter
Betreff: Rufnummernmitnahme zu meinem Vertrag prüfen
Guten Tag,
zu meinem Vertrag [Vertragsnummer] habe ich die Mitnahme meiner bisherigen Rufnummer [Rufnummer] beantragt. Die Portierung wurde bislang nicht durchgeführt beziehungsweise mit dem Hinweis [Ablehnungsgrund] abgelehnt.
Ich habe meine beim bisherigen Anbieter hinterlegten Kundendaten erneut geprüft und gegebenenfalls korrigieren lassen. Bitte prüfen Sie den bestehenden Portierungsauftrag und teilen Sie mir mit, ob weitere Angaben oder Unterlagen benötigt werden.
Falls der Auftrag erneut eingereicht werden muss, bitte ich um entsprechende Veranlassung und um eine schriftliche Bestätigung des vorgesehenen Portierungstermins.
Bitte geben Sie mir bis zum [Datum] eine schriftliche Rückmeldung zum aktuellen Stand und zu den weiteren Schritten.
Vielen Dank.
Was tun, wenn der Anbieter nicht reagiert?
Bleibt eine erste Anfrage unbeantwortet, solltest du zunächst schriftlich nachfassen und auf deine vorherige Nachricht verweisen. Füge die wichtigsten Angaben erneut bei, damit der Vorgang nicht wegen fehlender Informationen verzögert wird.
Kann der Sachverhalt trotz Kontakt mit dem Anbieter nicht geklärt werden, kannst du dich mit einer Beschwerde an die Bundesnetzagentur wenden. Für Probleme rund um Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme stellt sie ein entsprechendes Verfahren zur Verfügung und benötigt dafür möglichst vollständige Vertrags- und Portierungsunterlagen.
Bei einer länger andauernden Streitigkeit kann außerdem die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur infrage kommen. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass du vorher selbst versucht hast, mit dem Anbieter eine Einigung zu erzielen; das Verfahren dient einer außergerichtlichen Lösung und ist für die Parteien kostenfrei.
Bei dringenden Fällen solltest du allerdings berücksichtigen, dass eine Schlichtung keine sofortige technische Fehlerbehebung ersetzt. Eine weiterhin blockierte Portierung solltest du deshalb parallel direkt mit den beteiligten Anbietern klären.
Welche Fristen solltest du bei der Rufnummernmitnahme beachten?
Nach Vertragsende besteht grundsätzlich noch bis zu einem Monat ein gesetzlicher Anspruch darauf, die Rufnummernmitnahme zu beantragen. Anbieter können vertraglich auch einen längeren Zeitraum vorsehen, weshalb sich zusätzlich ein Blick in die jeweiligen Bedingungen lohnt.
Du solltest diese Zeitspanne trotzdem nicht ausreizen. Je früher eine abgelehnte Portierung korrigiert wird, desto geringer ist das Risiko, dass sich Vertragsende, Portierungsauftrag und technische Durchführung unnötig voneinander entfernen.
Für die technische Aktivierung gilt außerdem, dass die Rufnummer am vereinbarten Tag aktiviert werden soll, spätestens innerhalb des folgenden Arbeitstages. Kommt es zu einer Verzögerung, solltest du den neuen Anbieter unmittelbar darauf hinweisen und den tatsächlichen Aktivierungszeitpunkt dokumentieren.
Was passiert mit dem alten Vertrag?
Besonders bei einer vorzeitigen Rufnummernmitnahme im Mobilfunk wird häufig angenommen, dass damit automatisch auch der bisherige Vertrag endet. Das ist nicht der Fall, denn die vorzeitige Portierung verändert die vereinbarte Vertragslaufzeit grundsätzlich nicht.
Der bisherige Mobilfunkvertrag kann deshalb mit einer neu zugeteilten Rufnummer bis zum regulären Vertragsende weiterlaufen. Entsprechend solltest du prüfen, ob weiterhin monatliche Entgelte für den Altvertrag entstehen, bevor du davon ausgehst, nur noch den neuen Vertrag bezahlen zu müssen.
Die Rufnummernmitnahme selbst darf dem Endkunden dagegen nicht berechnet werden. Das gilt nach den aktuellen Vorgaben sowohl für Mobilfunk- als auch für Festnetzrufnummern.
Typische Probleme und der passende nächste Schritt
Die folgende Übersicht hilft dir dabei, die wahrscheinlichste Fehlerquelle einzugrenzen. Entscheidend ist nicht nur die Fehlermeldung, sondern auch, an welcher Stelle im Ablauf sie auftritt.
| Situation | Mögliche Ursache | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|---|
| Portierung wird direkt abgelehnt | Kundendaten stimmen nicht überein | Daten beim alten Anbieter mit dem Portierungsauftrag vergleichen |
| Vertragsinhaber wird beanstandet | Alter Vertrag läuft auf eine andere Person | Tatsächlichen Vertragsinhaber feststellen und Vorgehen mit neuem Anbieter klären |
| Portierung zum Vertragsende klappt nicht | Vertragsende oder Kündigungsdatum falsch übermittelt | Kündigungsbestätigung und Portierungstermin vergleichen |
| Sofortige Portierung scheitert | Auftrag wurde nicht als vorzeitige Mitnahme verarbeitet | Portierungsart beim neuen Anbieter prüfen lassen |
| Portierung wurde bestätigt, Nummer funktioniert aber nicht | Technische Aktivierung oder Umschaltung verzögert | Störung sofort beim neuen Anbieter melden und Zeitpunkt dokumentieren |
| Anbieter nennt keinen konkreten Grund | Vorgang wurde nur pauschal abgelehnt | Schriftlich genaue Ablehnungsursache oder Fehlerstatus verlangen |
Wenn die Rufnummer nach dem Portierungstermin nicht funktioniert
Eine bestätigte Portierung und eine fehlgeschlagene technische Aktivierung sind zwei unterschiedliche Probleme. Wurde dir bereits ein Portierungstermin bestätigt und deine Nummer ist anschließend nicht erreichbar, solltest du deshalb nicht erneut bei den Kundendaten anfangen, sondern eine technische Störung melden.
Dokumentiere möglichst genau, seit wann du nicht mehr erreichbar bist und welche Funktionen betroffen sind. Prüfe beispielsweise, ob ausgehende Anrufe, eingehende Anrufe, SMS und mobile Daten funktionieren und welche Rufnummer bei ausgehenden Gesprächen angezeigt wird.
Bei einem Anbieterwechsel oder einer Rufnummernmitnahme kann unter bestimmten Voraussetzungen eine gesetzliche Ausfallentschädigung in Betracht kommen, wenn die Versorgung länger als einen Arbeitstag unterbrochen ist und du die Verzögerung weder vereinbart noch selbst zu verantworten hast. Die Entschädigung kann 10 Euro pro Arbeitstag beziehungsweise 20 Prozent des vertraglich vereinbarten Monatsentgelts betragen, sofern dieser Betrag höher ist.
Ein solcher Anspruch sollte jedoch getrennt von der technischen Fehlerbehebung betrachtet werden. Zuerst muss die Erreichbarkeit wiederhergestellt werden; anschließend kannst du prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Entschädigung tatsächlich vorliegen.
Diese Fehler solltest du jetzt vermeiden
Bei einer gescheiterten Portierung führen hektische Änderungen häufig eher zu zusätzlichen Problemen. Besonders mehrere gleichzeitig gestartete Vorgänge erschweren die Nachverfolgung.
Mehrfach neue Portierungsaufträge stellen: Kläre zuerst, warum der ursprüngliche Auftrag abgelehnt wurde. Andernfalls können unterschiedliche Vorgänge mit abweichenden Angaben entstehen.
Nur telefonisch reklamieren: Ein Telefonat kann hilfreich sein, hinterlässt aber nicht immer einen nachvollziehbaren Nachweis. Lass dir wesentliche Aussagen und neue Termine möglichst schriftlich bestätigen.
Kundendaten nur aus dem Gedächtnis angeben: Entscheidend sind die tatsächlich beim bisherigen Anbieter gespeicherten Daten. Vergleiche deshalb die Vertragsunterlagen oder lasse dir die hinterlegten Angaben bestätigen.
Vertragsinhaber und Nutzer verwechseln: Die Person, die eine SIM-Karte verwendet, muss nicht zwingend der eingetragene Vertragsinhaber sein. Gerade bei älteren Familienverträgen solltest du diesen Punkt genau prüfen.
Eine vorzeitige Portierung mit einer Kündigung verwechseln: Die Übertragung der Rufnummer beendet einen laufenden Mobilfunkvertrag nicht automatisch. Prüfe deshalb unabhängig davon, wann und wie der Altvertrag endet.
Bestätigte Termine nicht dokumentieren: Speichere jede Terminbestätigung. Kommt es später zu einer Verzögerung, kannst du dadurch nachvollziehen, wann die Aktivierung vereinbart war.
Zu lange auf eine unklare Antwort warten: Wird dir mehrfach nur mitgeteilt, dass der Vorgang „in Bearbeitung“ sei, verlange eine konkrete Statusinformation. Besonders nach Vertragsende solltest du offene Portierungsprobleme zeitnah klären.
Wann solltest du über einen Wechsel nachdenken?
Bei einer gescheiterten Rufnummernmitnahme hast du den Anbieterwechsel meistens ohnehin bereits eingeleitet. Ein weiterer Wechsel löst das aktuelle Portierungsproblem deshalb zunächst nicht und kann die Situation sogar komplizierter machen.
Konzentriere dich zuerst darauf, die bestehende Rufnummer korrekt in den bereits abgeschlossenen neuen Vertrag zu übernehmen. Erst wenn dieser Vorgang abgeschlossen und die Vertragslage eindeutig ist, solltest du beurteilen, ob du mit Preis, Leistung, Netzqualität und Kundenservice des neuen Anbieters zufrieden bist.
Zeigen sich neben der Portierung weitere Probleme, etwa wiederholte Abrechnungsfehler, dauerhaft schlechter Service oder ein Tarif, der nicht mehr zu deinem Bedarf passt, kann zum nächsten regulären Kündigungszeitpunkt ein erneuter Tarifvergleich sinnvoll sein. Prüfe dabei nicht nur den monatlichen Preis, sondern auch Datenvolumen, Netz, Laufzeit, Kündigungsbedingungen und mögliche Zusatzkosten.
Checkliste: Das solltest du jetzt erledigen
1. Portierungsstatus kontrollieren
Prüfe beim neuen Anbieter, ob deine Rufnummernmitnahme noch bearbeitet oder bereits abgelehnt wurde. Lass dir bei einer Ablehnung den genauen Grund nennen.
2. Kundendaten vollständig vergleichen
Gleiche Name, Anschrift, Geburtsdatum und Rufnummer mit den beim bisherigen Anbieter hinterlegten Angaben ab. Korrigiere Abweichungen, bevor der Auftrag erneut gestellt wird.
3. Vertragsinhaber feststellen
Kontrolliere, auf welche Person der bisherige Vertrag tatsächlich registriert ist. Besonders bei Familienverträgen oder älteren Prepaid-Karten kann dies von der aktuellen Nutzung abweichen.
4. Portierungsart prüfen
Kläre, ob deine Nummer sofort oder erst zum Vertragsende übertragen werden soll. Der neue Anbieter sollte genau diese Variante im Auftrag hinterlegt haben.
5. Vertragsende dokumentieren
Speichere die Kündigungsbestätigung des bisherigen Anbieters und kontrolliere das dort genannte Enddatum. Dadurch kannst du den gewünschten Portierungstermin besser nachvollziehen.
6. Ablehnungsgrund gezielt korrigieren
Behebe nur den tatsächlich genannten Fehler, statt wahllos Daten oder Termine zu ändern. Anschließend sollte der neue Anbieter die Portierung mit den korrekten Angaben erneut veranlassen.
7. Neuen Termin schriftlich sichern
Lass dir den geplanten Portierungstermin bestätigen und bewahre die Nachricht auf. So kannst du bei einer Verzögerung eindeutig auf den vereinbarten Termin verweisen.
8. Technische Störung sofort melden
Funktioniert die Rufnummer nach einer bestätigten Portierung nicht, melde den Ausfall direkt beim neuen Anbieter. Dokumentiere dabei Beginn und Umfang der Störung.
9. Schriftlich nachfassen
Bleibt der Vorgang ungelöst, schicke eine strukturierte Reklamation mit Kundennummer, Rufnummer, Ablehnungsgrund und bisherigen Nachweisen. Fordere eine konkrete Rückmeldung innerhalb einer angemessenen Frist.
10. Eskalation vorbereiten
Kann der Anbieter das Problem weiterhin nicht lösen, ordne deine Unterlagen für eine mögliche Beschwerde oder Schlichtung. Ein vollständig dokumentierter Ablauf erleichtert die weitere Prüfung erheblich.
Fazit: Eine gescheiterte Rufnummernmitnahme lässt sich häufig korrigieren
Wenn die Rufnummernmitnahme nicht funktioniert, solltest du zuerst den konkreten Ablehnungsgrund herausfinden und anschließend Kundendaten, Vertragsinhaber und Portierungszeitpunkt überprüfen. Besonders häufig entstehen Probleme, wenn die Angaben beim bisherigen Anbieter nicht exakt zu denen im neuen Portierungsauftrag passen.
Wird die Portierung trotz korrigierter Daten nicht durchgeführt oder reagiert der Anbieter nicht nachvollziehbar, solltest du schriftlich reklamieren und den gesamten Ablauf dokumentieren. Bleibt auch danach eine Lösung aus, können eine Beschwerde oder ein Schlichtungsverfahren sinnvoll sein; einen weiteren Tarifwechsel solltest du dagegen erst erwägen, wenn die bestehende Portierung und Vertragslage geklärt sind.
Häufige Fragen zur fehlgeschlagenen Rufnummernmitnahme
Bei einer abgelehnten oder verzögerten Portierung tauchen häufig dieselben Detailfragen auf. Besonders der Portierungszeitraum, abweichende Vertragsdaten und die Situation nach einer bereits bestätigten Übertragung sorgen immer wieder für Unsicherheit.
Kann meine alte Handynummer verloren gehen?
Eine fehlgeschlagene erste Portierungsanfrage bedeutet nicht automatisch, dass deine Rufnummer sofort verloren ist. Nach Vertragsende besteht grundsätzlich noch bis zu einem Monat ein gesetzlicher Anspruch darauf, die Rufnummernmitnahme zu beantragen; vertraglich kann auch ein längerer Zeitraum vorgesehen sein.
Du solltest eine Ablehnung trotzdem möglichst schnell klären. Je früher falsche Kundendaten oder andere Portierungsfehler korrigiert werden, desto geringer ist das Risiko zusätzlicher Schwierigkeiten.
Warum wird meine Rufnummernmitnahme immer wieder abgelehnt?
Wiederholte Ablehnungen sprechen häufig dafür, dass der eigentliche Fehler noch nicht korrigiert wurde. Kontrolliere deshalb insbesondere Name, Anschrift, Geburtsdatum, Vertragsinhaber und den gewünschten Portierungstermin.
Bitte den neuen Anbieter außerdem um den konkreten Ablehnungsgrund. Ohne diese Information besteht die Gefahr, dass derselbe Auftrag unverändert erneut eingereicht und wieder abgewiesen wird.
Müssen die Daten beim alten und neuen Anbieter identisch sein?
Die relevanten Kundendaten müssen eine eindeutige Zuordnung ermöglichen und sollten deshalb mit den beim bisherigen Anbieter gespeicherten Angaben übereinstimmen. Dazu gehören insbesondere Name, Anschrift, Geburtsdatum und die zu portierende Rufnummer.
Bei Abweichungen solltest du zunächst feststellen, welcher Datensatz korrigiert werden muss. Ändere nicht gleichzeitig auf beiden Seiten unterschiedliche Angaben, ohne zu wissen, welcher Stand tatsächlich maßgeblich ist.
Kann ich meine Handynummer schon vor Vertragsende mitnehmen?
Bei Mobilfunkrufnummern ist grundsätzlich auch eine Portierung vor dem Ende des bisherigen Vertrags möglich. Der alte Vertrag endet dadurch allerdings nicht automatisch und kann bis zum vereinbarten Vertragsende weiterberechnet werden.
Für den weiterlaufenden Altvertrag kann dir eine neue Rufnummer zugeteilt werden. Deshalb solltest du vor einer vorzeitigen Portierung genau prüfen, welche Kosten für den bisherigen Vertrag noch entstehen.
Kostet eine Rufnummernmitnahme Geld?
Für die Rufnummernmitnahme dürfen Endkunden keine Portierungsentgelte berechnet werden. Das gilt sowohl für Mobilfunk- als auch für Festnetzrufnummern.
Davon zu unterscheiden sind reguläre Kosten eines noch laufenden Altvertrags. Besonders bei einer vorzeitigen Mobilfunkportierung können diese Beiträge unabhängig von der bereits übertragenen Rufnummer weiter anfallen.
Was mache ich, wenn die Nummer nach dem Portierungstag nicht erreichbar ist?
Melde die Störung unmittelbar beim neuen Anbieter und dokumentiere, seit wann deine Rufnummer nicht funktioniert. Prüfe dabei möglichst getrennt, ob eingehende Anrufe, ausgehende Gespräche, SMS und mobile Daten betroffen sind.
Die technische Aktivierung soll am vereinbarten Tag erfolgen, spätestens innerhalb des folgenden Arbeitstages. Bei einer darüber hinausgehenden Versorgungsunterbrechung können unter bestimmten Voraussetzungen weitere Ansprüche in Betracht kommen.
Welcher Anbieter muss sich um die Rufnummernmitnahme kümmern?
Der Anbieterwechsel und die Portierung werden grundsätzlich unter Leitung des aufnehmenden, also des neuen Anbieters durchgeführt. Die beteiligten Anbieter und Netzbetreiber müssen dabei zusammenarbeiten.
Für den Status des Portierungsauftrags ist deshalb in der Regel zunächst dein neuer Anbieter der sinnvollste Ansprechpartner. Muss allerdings beispielsweise ein falscher Name beim bisherigen Anbieter korrigiert werden, kann zusätzlich der direkte Kontakt zum alten Anbieter erforderlich sein.
Kann ich mich wegen einer gescheiterten Portierung beschweren?
Wenn du das Problem mit deinem Anbieter nicht lösen kannst, kannst du dich bei Problemen mit Anbieterwechsel oder Rufnummernmitnahme an die Bundesnetzagentur wenden. Dafür solltest du unter anderem Portierungsauftrag, Vertragsunterlagen, Kündigungsbestätigung und die bisherige Kommunikation bereithalten.
Kommt weiterhin keine Einigung zustande, kann außerdem die Schlichtungsstelle Telekommunikation eine außergerichtliche Lösung unterstützen. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass du zuvor selbst versucht hast, die Streitigkeit mit dem Anbieter zu klären.