Ein Gasvertrag mit Neukundenbonus kann im Vergleich auf den ersten Blick deutlich günstiger erscheinen als ein Tarif ohne Bonus. Gerade bei einem Anbieterwechsel können Sofortbonus, Neukundenbonus oder andere einmalige Vergünstigungen den rechnerischen Preis des ersten Vertragsjahres erheblich reduzieren.
Die entscheidende Frage lautet allerdings nicht, wie hoch der beworbene Bonus ist, sondern unter welchen Voraussetzungen du ihn tatsächlich erhältst. Zusätzlich solltest du prüfen, wie hoch Grundpreis und Arbeitspreis ohne Bonus ausfallen und welche Kosten nach dem ersten Vertragsjahr entstehen können.
Die Tariffalle besteht deshalb nicht darin, dass Neukundenboni grundsätzlich problematisch wären. Sie entsteht dann, wenn ein einmaliger Bonus bei der Tarifentscheidung stärker gewichtet wird als der eigentliche Gaspreis, die Bonusbedingungen und die langfristigen Gesamtkosten.
Die Tariffalle auf einen Blick
Wo liegt die Falle? Ein hoher Neukundenbonus reduziert häufig nur rechnerisch die Kosten des ersten Vertragsjahres. Ist der reguläre Tarif ohne Bonus vergleichsweise teuer, kann der Preisvorteil deutlich kleiner sein als die hervorgehobene Bonuszahlung vermuten lässt.
Warum fällt sie häufig nicht auf? In Tarifvergleichen und Angeboten wird häufig der effektive Preis für das erste Jahr besonders prominent dargestellt. Dadurch kann ein Tarif weit oben erscheinen, obwohl Grundpreis und Arbeitspreis ohne den einmaligen Bonus weniger attraktiv sind.
Was kann sie kosten oder welche Nachteile können entstehen? Besonders relevant wird der Unterschied, wenn du den Tarif länger als die ursprünglich betrachteten zwölf Monate behältst oder den Bonus wegen einer nicht erfüllten Voraussetzung nicht erhältst. Dann kann aus einem vermeintlich sehr günstigen Angebot ein durchschnittlicher oder sogar vergleichsweise teurer Gasvertrag werden.
Wie lässt sich die Falle vermeiden? Vergleiche immer mindestens drei Werte: Gesamtkosten des ersten Jahres mit Bonus, Gesamtkosten ohne Bonus und voraussichtliche Kosten danach. Lies außerdem die Bonusbedingungen vor Vertragsabschluss vollständig und prüfe insbesondere Auszahlungszeitpunkt, Mindestvertragsdauer und Ausschlüsse.
Wie die Tariffalle beim Gasvertrag mit Neukundenbonus funktioniert
Gaspreise setzen sich normalerweise aus einem verbrauchsunabhängigen Grundpreis und einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis zusammen. Der Neukundenbonus verändert diese eigentliche Tarifstruktur zunächst nicht, sondern wird zusätzlich als einmalige Vergünstigung gewährt oder bei der Jahresabrechnung verrechnet.
Dadurch können zwei Gastarife mit ähnlichen effektiven Jahreskosten völlig unterschiedlich aufgebaut sein. Tarif A kann niedrige reguläre Preise und einen kleinen Bonus haben, während Tarif B höhere reguläre Preise durch einen großen einmaligen Neukundenbonus ausgleicht.
Für einen Verbraucher, der ausschließlich auf die Kosten des ersten Jahres schaut und die Bonusbedingungen erfüllt, kann Tarif B tatsächlich interessant sein. Bleibt der Vertrag jedoch länger bestehen, fällt der einmalige Bonus als Preisvorteil weg und die höheren regulären Tarifbestandteile gewinnen deutlich an Bedeutung.
Besonders aufmerksam solltest du deshalb werden, wenn ein auffallend günstiger Gesamtpreis hauptsächlich aus einer hohen Bonuszahlung entsteht. Je größer der Abstand zwischen dem Preis mit Bonus und dem Preis ohne Bonus ist, desto stärker hängt die Attraktivität des Angebots von dieser einmaligen Vergünstigung ab.
Neukundenbonus und Sofortbonus sind nicht dasselbe
Bei Gasangeboten können unterschiedliche Bonusarten vorkommen. Ein Sofortbonus wird häufig vergleichsweise früh nach Lieferbeginn ausgezahlt, während ein Neukundenbonus häufig erst später beziehungsweise im Rahmen einer Abrechnung berücksichtigt wird.
Wann genau eine Zahlung erfolgt und welche Voraussetzungen gelten, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Deshalb solltest du dich nicht allein auf die Bezeichnung „Bonus“ verlassen, sondern die konkreten Bedingungen des jeweiligen Angebots prüfen.
Auch die Höhe kann unterschiedlich berechnet werden. Einige Boni werden als fester Eurobetrag angegeben, andere können sich beispielsweise prozentual auf bestimmte Kostenbestandteile beziehen, sodass die beworbene Prozentzahl nicht automatisch dem gleichen Betrag für jeden Kunden entspricht.
Die eigentliche Schwachstelle ist oft der Preis ohne Bonus
Ein Bonus von beispielsweise 300 € klingt zunächst nach einer direkten Ersparnis von 300 €. Wirtschaftlich relevant ist jedoch der Vergleich zu einem alternativen Gasvertrag, den du stattdessen abschließen könntest.
Kostet dein Gastarif vor Bonus beispielsweise 1.700 € im Jahr und werden davon 300 € Bonus abgezogen, entstehen rechnerisch 1.400 € Jahreskosten. Ein konkurrierender Tarif ohne großen Bonus könnte beispielsweise regulär 1.470 € kosten und wäre damit im ersten Jahr nur 70 € teurer.
Der wahrgenommene Vorteil von 300 € schrumpft in diesem Beispiel auf einen tatsächlichen Preisunterschied von 70 € gegenüber der Alternative. Bleibst du länger im ersten Tarif und verändern sich die übrigen Konditionen nicht wesentlich, kann sich das Verhältnis bereits im folgenden Vertragsjahr umkehren.
Warum Verbraucher diese Tariffalle häufig übersehen
Ein hoher Bonus wirkt psychologisch besonders stark, weil er als konkrete Ersparnis wahrgenommen wird. „300 € Neukundenbonus“ lässt sich leichter erfassen als das Zusammenspiel aus Arbeitspreis, Grundpreis, Jahresverbrauch und Vertragsbedingungen.
Hinzu kommt, dass viele Verbraucher einen Gasvergleich verständlicherweise nach dem angezeigten Gesamtpreis sortieren. Ist der Bonus bereits in diesen Preis eingerechnet, können Angebote mit hohen Einmalvergünstigungen besonders attraktiv erscheinen.
Auch die zeitliche Trennung spielt eine Rolle. Beim Abschluss beschäftigt man sich intensiv mit dem Wechsel, doch zwölf Monate später stehen Kündigungsfrist, neue Preise und der Wegfall des Neukundenbonus möglicherweise nicht mehr im Mittelpunkt.
Genau dadurch funktioniert die Tariffalle: Der Blick richtet sich auf den unmittelbar sichtbaren Vorteil, während die langfristig relevanten Tarifbestandteile weniger Aufmerksamkeit erhalten. Problematisch ist also nicht der Bonus selbst, sondern eine Entscheidung, die praktisch ausschließlich von ihm abhängig gemacht wird.
Beispiel: Was der Neukundenbonus tatsächlich bringen kann
Angenommen, ein Haushalt benötigt beispielhaft 15.000 kWh Gas pro Jahr. Zwei Tarife stehen zur Auswahl, wobei die folgenden Werte ausschließlich der Veranschaulichung dienen und keine konkreten Anbieterangebote darstellen.
Variante A – hoher Neukundenbonus: Die regulären Jahreskosten betragen beispielhaft 1.720 €, dazu kommt ein Neukundenbonus von 320 €. Im ersten Jahr ergeben sich damit rechnerisch Kosten von 1.400 €, sofern sämtliche Bonusbedingungen erfüllt werden.
Variante B – niedrigerer Preis ohne großen Bonus: Die regulären Jahreskosten liegen beispielhaft bei 1.480 €, der Bonus beträgt lediglich 40 €. Im ersten Jahr ergeben sich damit Kosten von 1.440 €.
Variante A ist im ersten Jahr somit 40 € günstiger. Obwohl ein Bonus von 320 € beworben wird, beträgt der tatsächliche Vorteil gegenüber Variante B in diesem Beispiel nicht 320 €, sondern lediglich 40 €.
Noch deutlicher wird der Unterschied bei einer Betrachtung von zwei Jahren, sofern die beispielhaften regulären Preise unverändert blieben. Variante A würde ohne erneuten Neukundenbonus im zweiten Jahr 1.720 € kosten, Variante B dagegen 1.480 €.
Über zwei Jahre ergäben sich damit bei Variante A beispielhaft 3.120 € und bei Variante B 2.920 €. Das Beispiel zeigt, warum ein hoher Bonus nicht isoliert bewertet werden sollte, sondern immer gemeinsam mit den regulären Tarifkosten.
Diese Warnsignale solltest du ernst nehmen
Nicht jeder hohe Neukundenbonus ist ein Warnsignal. Treffen jedoch mehrere der folgenden Punkte zusammen, solltest du den Tarif besonders genau prüfen.
- Großer Unterschied zwischen Preis mit und ohne Bonus: Ein Angebot ist hauptsächlich deshalb günstig, weil mehrere hundert Euro Bonus eingerechnet werden. Prüfe dann unbedingt, wie konkurrenzfähig Grund- und Arbeitspreis ohne diese Vergünstigung tatsächlich sind.
- Bonus erst nach längerer Vertragsdauer: Die Auszahlung erfolgt nicht unmittelbar, sondern ist an bestimmte zeitliche Voraussetzungen gebunden. Entscheidend ist deshalb, ob du diese Bedingungen vollständig erfüllst und wann genau der Anspruch entsteht.
- Viele Bedingungen für die Bonuszahlung: Besonders aufmerksam solltest du bei Ausschlüssen, bestimmten Kundeneigenschaften oder weiteren Voraussetzungen sein. Je komplizierter die Bonusregelung ist, desto wichtiger ist eine genaue Prüfung vor dem Wechsel.
- Hoher regulärer Arbeitspreis: Ein großer Bonus kann einen höheren Verbrauchspreis im ersten Jahr teilweise verdecken. Bei einem höheren tatsächlichen Gasverbrauch kann dieser Arbeitspreis stärker ins Gewicht fallen als zunächst erwartet.
- Hoher Grundpreis: Gerade bei geringerem Gasverbrauch sollte der feste Grundpreis beachtet werden. Ein Tarif mit günstigem Arbeitspreis kann durch einen hohen Grundpreis trotzdem vergleichsweise teuer werden.
- Unklarer Preis nach dem ersten Jahr: Wenn du nur den rabattierten Einstiegspreis kennst, fehlt eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Prüfe deshalb nicht nur die aktuelle Jahresprognose, sondern die reguläre Tarifstruktur ohne Bonus.
- Bonus dominiert die Werbung: Steht die Bonuszahlung sehr stark im Vordergrund, während reguläre Preise und Bedingungen weniger auffällig dargestellt werden, lohnt ein zweiter Blick. Die entscheidende Zahl ist nicht die Höhe des Geschenks, sondern dein tatsächlicher Gesamtpreis.
Das solltest du vor dem Abschluss prüfen
Der wichtigste Wert ist zunächst der prognostizierte Gesamtpreis bei deinem realistischen Jahresverbrauch. Verwende dafür möglichst deinen tatsächlichen Verbrauch aus der letzten Jahresabrechnung und nicht einfach einen pauschalen Durchschnittswert.
Danach solltest du denselben Tarif gedanklich ohne Neukundenbonus betrachten. Dadurch erkennst du schnell, ob du einen grundsätzlich günstigen Gastarif mit zusätzlichem Bonus vor dir hast oder einen relativ teuren Tarif, dessen Attraktivität hauptsächlich aus der einmaligen Vergünstigung entsteht.
Prüfe außerdem den Arbeitspreis pro Kilowattstunde und den jährlichen Grundpreis separat. Dadurch kannst du Angebote besser miteinander vergleichen und einschätzen, welche Auswirkungen ein höherer oder niedrigerer tatsächlicher Verbrauch haben könnte.
Ebenso wichtig sind Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Regelungen zur Vertragsverlängerung. Ein günstiges erstes Jahr hilft nur begrenzt, wenn du anschließend unnötig lange in einem weniger attraktiven Tarif verbleibst.
Auch die Preisgarantie verdient Aufmerksamkeit. Entscheidend ist nicht allein, dass eine Garantie erwähnt wird, sondern welche Preisbestandteile sie tatsächlich umfasst und wie lange sie gilt.
Bei den Bonusbedingungen solltest du insbesondere prüfen, wer als Neukunde gilt, wann der Bonus fällig wird und welche Voraussetzungen bis zu diesem Zeitpunkt erfüllt sein müssen. Verlasse dich nicht darauf, dass jede Bonuszahlung automatisch und bedingungslos nach Vertragsabschluss erfolgt.
Warum der billigste Gastarif nicht automatisch der passende ist
Ein Gasvergleich soll Kostenunterschiede sichtbar machen, doch der niedrigste angezeigte Jahrespreis ist nur ein Teil der Entscheidung. Ein passender Tarif sollte auch hinsichtlich Vertragsbedingungen, Preisstruktur und persönlicher Wechselstrategie zu dir passen.
Wer beispielsweise regelmäßig Gastarife überprüft und Kündigungsfristen zuverlässig im Blick behält, kann Bonusangebote anders bewerten als jemand, der seinen Energievertrag möglichst mehrere Jahre unverändert laufen lassen möchte. Ein Tarif mit höherem Bonus kann für die erste Gruppe interessanter sein, während ein dauerhaft konkurrenzfähiger Grund- und Arbeitspreis für die zweite Gruppe wichtiger sein kann.
Auch die Planbarkeit spielt eine Rolle. Ein kleiner Preisvorteil im ersten Jahr ist möglicherweise weniger wertvoll als transparente Konditionen, eine passende Laufzeit und eine Preisstruktur, mit der du dich auch ohne Bonus wohlfühlst.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur die erste Position eines Vergleichs zu betrachten. Vergleiche mehrere passende Angebote und prüfe, wodurch der jeweilige Preisvorteil tatsächlich entsteht.
Was tun, wenn du bereits einen Gasvertrag mit Neukundenbonus abgeschlossen hast?
Zunächst solltest du die Vertragsbestätigung und die konkreten Bonusbedingungen noch einmal prüfen. Notiere dir insbesondere, wann der Bonus fällig wird, ob du dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen musst und welche Kündigungsfrist für deinen Vertrag gilt.
Kontrolliere anschließend deine Abschläge und später die Jahresabrechnung. Wurde ein zugesagter Bonus trotz erfüllter Bedingungen nicht berücksichtigt, kannst du zunächst den Anbieter kontaktieren und um eine nachvollziehbare Prüfung bitten.
Gleichzeitig solltest du rechtzeitig vor dem Ende der relevanten Vertragsperiode einen neuen Gasvergleich durchführen. Dadurch erkennst du, ob dein aktueller Tarif auch ohne den einmaligen Bonus noch konkurrenzfähig ist.
Ist der Vertrag inzwischen deutlich teurer als geeignete Alternativen, kannst du einen regulären Anbieterwechsel zum nächstmöglichen Zeitpunkt prüfen. Ob darüber hinaus ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann, hängt von der konkreten Situation und den jeweiligen gesetzlichen beziehungsweise vertraglichen Voraussetzungen ab.
Wichtig ist, nicht erst dann zu reagieren, wenn ein weiteres Vertragsjahr bereits begonnen hat. Ein Kalendereintrag mehrere Wochen vor dem letztmöglichen Kündigungstermin kann deshalb eine der einfachsten Maßnahmen gegen dauerhaft unnötig hohe Kosten sein.
So vermeidest du diese Tariffalle
Die einfachste Strategie besteht darin, Neukundenboni als zusätzliche Vergünstigung und nicht als wichtigste Tarifkennzahl zu betrachten. Zuerst sollte der Gastarif ohne Bonus überzeugen, danach kannst du bewerten, welchen zusätzlichen Vorteil die Bonuszahlung bringt.
Rechne bei jedem interessanten Angebot drei Szenarien durch: das erste Jahr mit Bonus, das erste Jahr ohne Bonus und ein weiteres Jahr ohne erneute Bonuszahlung. Bereits diese einfache Betrachtung macht viele scheinbar besonders günstige Angebote deutlich transparenter.
Nutze außerdem deinen realistischen Gasverbrauch. Wenn du mit einem zu niedrigen Verbrauch vergleichst, kann ein Tarif mit höherem Arbeitspreis attraktiver erscheinen, als er für deinen Haushalt tatsächlich ist.
Speichere nach Vertragsabschluss die Bonusbedingungen zusammen mit der Vertragsbestätigung. Zusätzlich solltest du Auszahlungszeitpunkt und Kündigungsfrist im Kalender festhalten, damit wichtige Termine nicht in Vergessenheit geraten.
Und vor allem: Wechsle nicht allein wegen einer spektakulär klingenden Bonuszahl. Entscheidend ist immer, was du im Vergleich zu den besten passenden Alternativen tatsächlich sparst.
Tarifrechner-Pro.de Check
Ein Gasvertrag mit Neukundenbonus kann durchaus sinnvoll sein, wenn der Gesamtpreis attraktiv ist, die Bedingungen verständlich sind und du den Vertrag nach dem ersten Jahr erneut überprüfst. Besonders interessant können solche Angebote für Verbraucher sein, die ihren Gastarif regelmäßig vergleichen und wichtige Kündigungstermine zuverlässig verwalten.
Weniger geeignet ist eine stark bonusabhängige Tarifstruktur für Verbraucher, die einen Vertrag möglichst langfristig unverändert laufen lassen möchten. Hier ist ein konkurrenzfähiger regulärer Gaspreis häufig wichtiger als ein großer einmaliger Preisnachlass.
Der kritischste Punkt ist deshalb nicht die Höhe des Neukundenbonus, sondern der Preis, der übrig bleibt, wenn du ihn aus der Rechnung entfernst. Genau diesen Wert solltest du vor dem Vertragsabschluss mit anderen Angeboten vergleichen.
Gasvergleich: Bonus und regulären Preis gemeinsam betrachten
Ein Gasvergleich kann dir zeigen, wie stark sich Angebote bei Grundpreis, Arbeitspreis, Bonus und voraussichtlichen Gesamtkosten unterscheiden. Entscheidend ist dabei, nicht ausschließlich nach dem niedrigsten effektiven Preis des ersten Jahres zu entscheiden.
Betrachte mehrere Angebote nebeneinander und prüfe besonders Tarife, die auch ohne hohen Bonus konkurrenzfähig bleiben. So lässt sich besser erkennen, ob ein Neukundenbonus einen bereits guten Tarif zusätzlich verbessert oder lediglich einen höheren regulären Preis optisch ausgleicht.
Häufige Fragen zum Gasvertrag mit Neukundenbonus
Ist ein Gasvertrag mit Neukundenbonus grundsätzlich schlechter?
Nein, ein Neukundenbonus ist zunächst lediglich eine Vergünstigung und macht einen Tarif weder gut noch schlecht. Entscheidend sind der Gesamtpreis, die regulären Tarifbestandteile und die Bedingungen für die Auszahlung.
Ein Tarif kann trotz hohen Bonus sehr attraktiv sein, wenn auch Grundpreis und Arbeitspreis konkurrenzfähig sind. Problematisch wird die Entscheidung erst dann, wenn der Bonus einen ansonsten ungünstigen Tarif verdeckt.
Wann wird der Neukundenbonus bei einem Gasvertrag ausgezahlt?
Das hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. Je nach Tarif kann eine Vergünstigung beispielsweise früher ausgezahlt oder erst zu einem späteren Zeitpunkt beziehungsweise im Zusammenhang mit einer Abrechnung berücksichtigt werden.
Prüfe deshalb vor Vertragsabschluss ausdrücklich den Auszahlungszeitpunkt und die Voraussetzungen. Die Bezeichnung „Neukundenbonus“ allein sagt noch nicht zuverlässig, wann du das Geld erhältst.
Was passiert mit dem Gaspreis nach dem ersten Jahr?
Ein einmaliger Neukundenbonus wird normalerweise nicht automatisch jedes Jahr erneut gewährt. Für deine weitere Kostenbetrachtung sind deshalb vor allem Grundpreis, Arbeitspreis und mögliche Preisänderungen relevant.
Genau deshalb solltest du deinen Gastarif rechtzeitig vor Ablauf des ersten Jahres erneut vergleichen. Ein im ersten Jahr hervorragendes Angebot muss später nicht automatisch weiterhin günstig sein.
Warum erscheint ein Tarif mit hohem Bonus im Vergleich so günstig?
Der Bonus kann in die Berechnung der prognostizierten Kosten des ersten Jahres einfließen. Dadurch sinkt der angezeigte Effektivpreis, obwohl der eigentliche Grund- oder Arbeitspreis nicht unbedingt zu den günstigsten gehören muss.
Das ist nicht automatisch problematisch, solange du verstehst, wie der Preis zustande kommt. Für eine belastbare Entscheidung solltest du zusätzlich den Preis ohne Bonus betrachten.
Kann ich den Anbieter nach Erhalt des Neukundenbonus sofort wechseln?
Ob und wann ein Wechsel möglich ist, richtet sich nach der Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und den Bonusbedingungen des jeweiligen Vertrages. Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass die Bonuszahlung automatisch bedeutet, dass der Vertrag sofort beendet werden kann.
Prüfe vor dem Abschluss, welche zeitlichen Bedingungen gelten und wie diese mit der Kündigung zusammenspielen. Dadurch vermeidest du eine Wechselstrategie, die in der Praxis nicht funktioniert.
Lohnt sich ein großer Bonus bei hohem Gasverbrauch stärker?
Nicht zwangsläufig, denn bei hohem Verbrauch gewinnt der Arbeitspreis pro Kilowattstunde an Bedeutung. Ein einmaliger Bonus kann einen höheren Arbeitspreis nur begrenzt ausgleichen.
Gerade Haushalte mit größerem Verbrauch sollten deshalb den Arbeitspreis sehr genau vergleichen. Bereits kleine Unterschiede je Kilowattstunde können sich über viele tausend Kilowattstunden deutlich summieren.
Sollte ich Bonusangebote beim Gasvergleich komplett ausschließen?
Das ist normalerweise nicht notwendig. Ein Bonus kann ein sinnvoller zusätzlicher Preisvorteil sein, wenn der Tarif insgesamt zu deinen Anforderungen passt.
Hilfreicher ist es, Angebote einmal mit und einmal gedanklich ohne Bonus zu betrachten. Dadurch kannst du erkennen, wie abhängig das Ergebnis von der einmaligen Vergünstigung ist.
Was ist wichtiger: Neukundenbonus oder Preisgarantie?
Beide Punkte erfüllen unterschiedliche Funktionen und sollten deshalb nicht isoliert gegeneinander ausgespielt werden. Der Bonus reduziert unter bestimmten Voraussetzungen deine Kosten, während eine Preisgarantie abhängig von ihrer konkreten Ausgestaltung bestimmte Preisbestandteile für einen Zeitraum absichern kann.
Wichtig ist deshalb, die gesamte Tarifstruktur zu betrachten. Ein hoher Bonus ersetzt keine sorgfältige Prüfung von Grundpreis, Arbeitspreis, Vertragsdauer und Umfang der Preisgarantie.
Wie erkenne ich, ob sich ein Neukundenbonus wirklich lohnt?
Berechne zunächst deinen Gesamtpreis einschließlich Bonus und anschließend denselben Tarif ohne diese Vergünstigung. Vergleiche beide Werte mit mindestens einigen passenden Alternativen.
Dadurch erkennst du, ob der Bonus einen echten zusätzlichen Vorteil schafft oder hauptsächlich einen höheren regulären Preis kompensiert. Besonders aussagekräftig ist zusätzlich eine Betrachtung der möglichen Kosten eines weiteren Vertragsjahres ohne erneuten Bonus.
Was sollte ich nach dem Abschluss eines Bonustarifs sofort erledigen?
Speichere die Vertragsbestätigung und die Bonusbedingungen so ab, dass du sie später schnell wiederfindest. Notiere außerdem Bonuszeitpunkt, Vertragsende und Kündigungsfrist in deinem Kalender.
Damit verhinderst du zwei der häufigsten praktischen Probleme: eine vergessene Prüfung der Bonuszahlung und einen zu spät durchgeführten Tarifvergleich. Gerade bei bonusstarken Gastarifen gehört diese Terminverwaltung praktisch zur Kostenkontrolle dazu.
Fazit: Entscheidend ist der Gaspreis hinter dem Bonus
Ein hoher Neukundenbonus kann einen Gasvertrag tatsächlich günstiger machen und sollte deshalb nicht grundsätzlich kritisch gesehen werden. Die zentrale Tariffalle entsteht vielmehr dann, wenn aus einer hohen Bonuszahlung automatisch auf eine ebenso hohe tatsächliche Ersparnis geschlossen wird.
Vergleiche deshalb niemals nur die beworbene Bonushöhe. Entscheidend sind deine Gesamtkosten mit Bonus, die regulären Kosten ohne Bonus und die Konditionen, die anschließend gelten beziehungsweise künftig relevant werden können.
Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Streiche den Bonus gedanklich einmal vollständig aus dem Angebot. Ist der Gastarif danach immer noch konkurrenzfähig und sind die Bonusbedingungen verständlich, spricht deutlich mehr für das Angebot als bei einem Tarif, dessen Attraktivität nahezu vollständig von einer einmaligen Zahlung abhängt.