Was ist Ökostrom und wie funktioniert er?

Ökostrom wird aus erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft erzeugt. Doch wer einen Ökostromtarif abschließt, bekommt nicht automatisch ausschließlich „grüne Elektronen“ aus der Steckdose – entscheidend ist vielmehr, wie Stromerzeugung, Stromnetz und Herkunftsnachweise zusammenspielen.

Wer sich für einen neuen Stromtarif interessiert, begegnet heute einer großen Zahl von Angeboten, die als Ökostrom, Grünstrom oder Strom aus erneuerbaren Energien bezeichnet werden. Auf den ersten Blick klingt das einfach: Der Anbieter kauft erneuerbaren Strom ein und liefert diesen anschließend an seine Kunden. Technisch funktioniert die Stromversorgung allerdings etwas anders, denn sämtliche Strommengen werden über dasselbe öffentliche Stromnetz transportiert.

Für Verbraucher ist deshalb wichtig zu verstehen, was Ökostrom tatsächlich bedeutet, wie seine Herkunft dokumentiert wird und wodurch sich verschiedene Ökostromtarife voneinander unterscheiden. Erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Tarif lediglich formal erneuerbare Strommengen bilanziert oder darüber hinaus zur Energiewende beitragen kann.

Auch beim Preis lohnt sich ein genauer Blick. Ein Ökostromtarif muss nicht automatisch teuer sein, gleichzeitig sollte die Entscheidung aber nicht ausschließlich vom niedrigsten Arbeitspreis abhängen. Vertragslaufzeit, Grundpreis, Preisgarantie, Kündigungsfrist, Bonusbedingungen und die Qualität des angebotenen Ökostroms können für die Gesamtbewertung mindestens ebenso wichtig sein.

Was ist Ökostrom?

Als Ökostrom wird Strom bezeichnet, der aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Dazu gehören insbesondere Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse sowie in bestimmten Fällen weitere regenerative Energieformen.

Der entscheidende Unterschied zu konventioneller Stromerzeugung liegt darin, dass für die Energiegewinnung keine oder deutlich weniger endliche fossile Brennstoffe benötigt werden. Während beispielsweise Kohle- oder Gaskraftwerke Brennstoffe verbrennen, nutzen Windkraftanlagen, Solaranlagen und Wasserkraftwerke natürliche Energiequellen, die sich fortlaufend erneuern.

Ökostrom ist allerdings kein einheitliches Produkt. Zwei Tarife können beide mit „100 Prozent Ökostrom“ angeboten werden und sich trotzdem erheblich darin unterscheiden, woher der Strom stammt, welche Anlagen berücksichtigt werden und ob mit dem Tarif zusätzliche Investitionen in erneuerbare Energien unterstützt werden.

Genau deshalb reicht die Bezeichnung Ökostrom allein noch nicht aus, um die Qualität eines Tarifs vollständig einzuschätzen. Für einen sinnvollen Vergleich sollten Verbraucher sowohl die Herkunft des Stroms als auch die wirtschaftlichen und vertraglichen Bedingungen betrachten.

Wie funktioniert Ökostrom im Stromnetz?

Die Vorstellung, dass der Strom eines bestimmten Windparks direkt vom Kraftwerk durch eine eigene Leitung bis zum eigenen Haushalt fließt, entspricht normalerweise nicht der tatsächlichen Funktionsweise des Stromsystems. Das öffentliche Stromnetz verbindet eine Vielzahl unterschiedlicher Erzeuger und Verbraucher miteinander.

Sobald Strom eingespeist wird, vermischt sich die elektrische Energie im Netz. Windkraftanlagen, Solaranlagen, Wasserkraftwerke, konventionelle Kraftwerke und weitere Erzeuger speisen ihre Strommengen in dasselbe System ein, während Haushalte und Unternehmen gleichzeitig Strom daraus entnehmen.

Welche Elektronen letztlich aus einer bestimmten Steckdose kommen, lässt sich deshalb nicht einem einzelnen Kraftwerk zuordnen. Ein Haushalt mit einem Ökostromtarif erhält physikalisch denselben regionalen Netzstrom wie ein Nachbar mit einem anderen Tarif.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Ökostromtarife bedeutungslos wären. Entscheidend ist die bilanzielle Zuordnung: Der Stromanbieter muss für die verkaufte Ökostrommenge entsprechende Mengen erneuerbar erzeugten Stroms beschaffen beziehungsweise deren Herkunft nachweisen.

Erzeugung und Verbrauch müssen bilanziell zusammenpassen

Angenommen, ein Anbieter beliefert 10.000 Haushalte mit Ökostrom und diese Haushalte verbrauchen zusammen 30 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Der Anbieter muss entsprechend nachweisen können, dass für diese Strommenge erneuerbar erzeugter Strom in entsprechender Größenordnung berücksichtigt wurde.

Dabei geht es nicht darum, dass Stromerzeugung und Verbrauch in jeder einzelnen Minute exakt zusammenfallen. Vielmehr werden Strommengen innerhalb des Energiesystems bilanziert und über entsprechende Marktmechanismen zugeordnet.

Für Verbraucher ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie eines der häufigsten Missverständnisse rund um Ökostrom erklärt: Ein Ökostromtarif verändert nicht die physikalische Zusammensetzung des Stroms in der heimischen Leitung. Er beeinflusst vielmehr, welche Stromerzeugung der Stromanbieter bilanziell für seine Kunden beschafft.

Woher kommt Ökostrom?

Ökostrom kann aus unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen stammen. Welche davon im jeweiligen Tarif enthalten sind, hängt vom Anbieter, dessen Beschaffungsstrategie und gegebenenfalls von weiteren Qualitätsanforderungen ab.

Windenergie spielt in der europäischen Stromerzeugung eine wichtige Rolle und kann sowohl an Land als auch auf See produziert werden. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenenergie, während Wasserkraftwerke die Bewegungsenergie von Wasser nutzen. Hinzu kommen unter anderem Biomasseanlagen, deren Bewertung stärker von eingesetzten Rohstoffen und Produktionsbedingungen abhängen kann.

Ein Tarif kann Strom aus einer einzigen Erzeugungsart enthalten oder verschiedene erneuerbare Quellen kombinieren. Teilweise stammen die bilanzierten Strommengen aus Deutschland, teilweise aus anderen europäischen Ländern.

Die reine geografische Herkunft sagt allerdings noch nicht automatisch etwas über die Qualität eines Tarifs aus. Eine ältere Wasserkraftanlage im europäischen Ausland kann ebenso erneuerbaren Strom produzieren wie ein neuer Windpark in Deutschland, dennoch können sich beide Varianten hinsichtlich ihres zusätzlichen Beitrags zum Ausbau erneuerbarer Energien unterscheiden.

Was sind Herkunftsnachweise bei Ökostrom?

Eine zentrale Rolle bei der Kennzeichnung von Ökostrom spielen sogenannte Herkunftsnachweise. Sie dienen dazu, die erneuerbare Herkunft einer bestimmten Strommenge dokumentieren und nachvollziehbar zuordnen zu können.

Vereinfacht gesagt erhält eine Anlage für eine bestimmte Menge erneuerbar erzeugten Stroms einen entsprechenden Nachweis. Wird diese Strommenge einem Ökostromkunden zugeordnet, wird der Herkunftsnachweis anschließend entwertet, sodass dieselbe erneuerbare Strommenge nicht mehrfach als Ökostrom vermarktet werden kann.

Herkunftsnachweise schaffen damit eine bilanzielle Verbindung zwischen der Stromerzeugung und dem Ökostromtarif. Sie sind ein wichtiges Instrument, dürfen aber nicht mit einer automatischen Garantie für besonders hohe ökologische Qualität gleichgesetzt werden.

Warum Herkunftsnachweise allein nicht alles sagen

Ein Ökostromtarif kann vollständig durch Herkunftsnachweise abgesichert sein und damit formal tatsächlich aus erneuerbaren Strommengen bestehen. Trotzdem kann sich die Frage stellen, wie stark dieser Tarif zusätzlich zum Ausbau neuer erneuerbarer Erzeugungsanlagen beiträgt.

Der Hintergrund ist einfach: Existieren bereits große Mengen erneuerbarer Stromproduktion, können Herkunftsnachweise aus bestehenden Anlagen erworben werden. Dadurch wird zwar die erneuerbare Herkunft der vermarkteten Strommenge dokumentiert, es entsteht aber nicht zwangsläufig eine neue Windkraft- oder Solaranlage.

Verbraucher, die besonderen Wert auf einen zusätzlichen Beitrag zur Energiewende legen, sollten deshalb nicht ausschließlich auf die Aussage „100 Prozent Ökostrom“ achten. Interessant kann zusätzlich sein, ob der Tarif Investitionen in neue Anlagen, Energiewendeprojekte oder andere konkrete ökologische Maßnahmen unterstützt.

Ist jeder Ökostromtarif gleich nachhaltig?

Ökostromtarife können sich ökologisch deutlich voneinander unterscheiden. Während bei manchen Angeboten vor allem die korrekte bilanzielle Beschaffung erneuerbarer Strommengen im Vordergrund steht, verfolgen andere Anbieter zusätzliche Kriterien.

Dazu können beispielsweise Investitionen in neue Wind- oder Solaranlagen, Förderprogramme für Energiewendeprojekte oder besondere Anforderungen an das Alter beziehungsweise die Herkunft der Erzeugungsanlagen gehören. Auch unabhängige Zertifizierungen können zusätzliche Kriterien vorgeben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Tarif ohne zusätzliche Förderkomponente automatisch schlecht ist. Er kann dennoch nachweislich Strom aus erneuerbaren Quellen bilanzieren und preislich sowie vertraglich attraktiv sein.

Entscheidend ist vielmehr, welche Erwartungen der Verbraucher an den Tarif hat. Wer hauptsächlich einen Stromvertrag mit erneuerbarer Herkunft sucht, kann andere Prioritäten setzen als jemand, der über seinen Strombezug möglichst gezielt neue Projekte fördern möchte.

Welche Vorteile bietet Ökostrom?

Ein wesentlicher Vorteil von Ökostrom besteht darin, dass die dafür bilanzierten Strommengen aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Dadurch kann die Nachfrage nach Stromprodukten unterstützt werden, die nicht auf klassischer fossiler Stromerzeugung basieren.

Gleichzeitig ermöglicht ein Ökostromtarif Verbrauchern, ihre persönliche Strombeschaffung stärker an ökologischen Kriterien auszurichten. Dabei müssen sie weder eine eigene Solaranlage besitzen noch technische Veränderungen am Haus oder an der Wohnung vornehmen.

Ein weiterer Vorteil liegt in der großen Tarifauswahl. Ökostrom ist längst kein Nischenprodukt mehr, sodass Verbraucher häufig zwischen unterschiedlichen Vertragsmodellen, Preisstrukturen, Laufzeiten und Anbietern wählen können.

Dennoch sollte Ökostrom nicht als Ersatz für einen möglichst effizienten Stromverbrauch verstanden werden. Auch erneuerbar erzeugte Energie benötigt Anlagen, Netze, Flächen und Infrastruktur, weshalb ein bewusster Umgang mit Strom weiterhin sinnvoll bleibt.

Gibt es Nachteile bei Ökostrom?

Ein praktischer Nachteil entsteht weniger durch den Ökostrom selbst als durch die teilweise schwierige Vergleichbarkeit der Angebote. Begriffe wie Ökostrom oder Grünstrom sagen zunächst wenig darüber aus, welche konkreten Qualitätskriterien hinter einem Tarif stehen.

Verbraucher müssen deshalb häufig genauer hinschauen, wenn sie unterscheiden möchten, ob lediglich Herkunftsnachweise genutzt werden oder ob zusätzliche ökologische Anforderungen erfüllt werden. Wer sich ausschließlich auf große Werbeaussagen verlässt, kann wichtige Unterschiede übersehen.

Auch beim Preis gibt es keine pauschale Regel. Einige Ökostromtarife können günstiger als vergleichbare konventionelle Angebote sein, andere sind teurer. Tarifkosten hängen nicht allein von der Stromherkunft ab, sondern auch von Beschaffung, Anbieterstrategie, Vertragsbedingungen und allgemeinen Marktbedingungen.

Ein weiterer möglicher Nachteil kann entstehen, wenn ein vermeintlich attraktiver Tarif nur durch zeitlich begrenzte Bonuszahlungen günstig erscheint. Für eine solide Entscheidung sollte deshalb immer geprüft werden, wie hoch die laufenden Kosten ohne einmalige Vergünstigungen ausfallen.

Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?

Ökostrom muss heute nicht grundsätzlich teurer sein als andere Stromtarife. Die tatsächliche Preisdifferenz hängt von Marktbedingungen, Anbieter, Verbrauch, Region und Vertragsgestaltung ab.

Entscheidend für die jährlichen Kosten sind vor allem Arbeitspreis und Grundpreis. Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet, während der Grundpreis unabhängig vom individuellen Verbrauch anfällt.

Ein günstiger Arbeitspreis bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Tarif insgesamt günstig ist. Besonders bei niedrigem Stromverbrauch kann ein hoher Grundpreis einen vermeintlichen Preisvorteil schnell ausgleichen.

Beispiel: Zwei Ökostromtarife richtig vergleichen

Ein Haushalt verbraucht 3.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Tarif A verlangt einen Arbeitspreis von 31 Cent pro Kilowattstunde und einen jährlichen Grundpreis von 160 Euro.

Die jährlichen Kosten ergeben sich aus 3.500 × 0,31 Euro = 1.085 Euro Verbrauchskosten. Zusammen mit dem Grundpreis entstehen damit insgesamt 1.245 Euro pro Jahr.

Tarif B kostet dagegen nur 29,8 Cent pro Kilowattstunde, verlangt aber einen Grundpreis von 220 Euro. Die Verbrauchskosten liegen bei 1.043 Euro, wodurch sich Gesamtkosten von 1.263 Euro ergeben.

Obwohl Tarif B den niedrigeren Arbeitspreis hat, ist Tarif A in diesem Beispiel insgesamt günstiger. Solche Unterschiede zeigen, warum ein Vergleich immer auf Basis der voraussichtlichen Gesamtkosten erfolgen sollte.

Was sollte man bei einem Ökostromtarif vergleichen?

Bei der Wahl eines Ökostromtarifs sollten Preis, Vertragsbedingungen und Stromherkunft gemeinsam betrachtet werden. Wer lediglich nach dem niedrigsten angezeigten Jahrespreis sortiert, kann wichtige Unterschiede zwischen den Angeboten übersehen.

Zunächst sollte geprüft werden, welcher Jahresverbrauch zugrunde gelegt wurde. Am zuverlässigsten ist normalerweise der Verbrauch der letzten Stromabrechnung, weil dadurch die voraussichtlichen Kosten realistischer berechnet werden können.

Anschließend lohnt sich ein Blick auf Arbeitspreis und Grundpreis. Beide Komponenten bestimmen zusammen den größten Teil der individuellen Tarifkosten und sollten deshalb nicht isoliert bewertet werden.

Darüber hinaus sind insbesondere Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, mögliche Verlängerungsregeln und die Bedingungen einer Preisgarantie relevant. Ein auf den ersten Blick etwas teurerer Tarif kann beispielsweise attraktiver sein, wenn er flexiblere Vertragsbedingungen bietet.

Preisgarantie genau prüfen

Eine Preisgarantie kann Verbraucher teilweise gegen Preisänderungen während eines bestimmten Zeitraums absichern. Allerdings sollte genau geprüft werden, welche Preisbestandteile von der Garantie erfasst werden und wie lange sie gilt.

Eine lange Vertragslaufzeit und eine kurze Preisgarantie können beispielsweise ungünstig kombiniert sein. Endet der Schutz deutlich vor dem Vertragsende, kann der Preis später unter bestimmten Voraussetzungen angepasst werden.

Deshalb sollte nicht nur der Begriff „Preisgarantie“ betrachtet werden. Entscheidend sind Umfang, Dauer und das Verhältnis zur Mindestvertragslaufzeit.

Bonus nicht mit dauerhaft günstigem Preis verwechseln

Einige Tarife enthalten einen Neukundenbonus oder Sofortbonus, wodurch die Kosten im ersten Vertragsjahr deutlich niedriger erscheinen können. Solche Vergünstigungen können interessant sein, sollten aber getrennt vom regulären Tarifpreis bewertet werden.

Sinnvoll ist deshalb ein Blick auf die Kosten im ersten Jahr und auf die voraussichtlichen Kosten ohne Bonus. Besonders Verbraucher, die nicht regelmäßig ihren Stromtarif überprüfen möchten, sollten wissen, wie sich der Preis nach Wegfall einmaliger Vergünstigungen entwickelt.

Auch die Bonusbedingungen verdienen Aufmerksamkeit. Voraussetzungen wie Mindestbelieferungszeiten oder bestimmte Vertragsbedingungen können darüber entscheiden, ob ein angekündigter Bonus tatsächlich ausgezahlt wird.

Welche Daten braucht man für einen Ökostromvergleich?

Für einen realistischen Vergleich werden normalerweise nur wenige Angaben benötigt. Besonders wichtig sind die Postleitzahl beziehungsweise der Wohnort und der erwartete jährliche Stromverbrauch.

Die Region ist relevant, weil Netzentgelte und verfügbare Angebote lokal unterschiedlich sein können. Der Jahresverbrauch bestimmt wiederum, wie stark der Arbeitspreis gegenüber dem Grundpreis ins Gewicht fällt.

Wer seine letzte Jahresabrechnung zur Hand hat, findet dort normalerweise den tatsächlichen Stromverbrauch der vergangenen Abrechnungsperiode. Dieser Wert ist für einen Vergleich meist aussagekräftiger als eine pauschale Haushaltsgröße.

Bei einem Umzug oder einem neuen Haushalt kann der Verbrauch dagegen nur geschätzt werden. In diesem Fall sollte die Schätzung realistisch erfolgen und später anhand tatsächlicher Verbrauchswerte überprüft werden.

Welche Filter sind beim Vergleich sinnvoll?

Vergleichsrechner können eine große Zahl von Stromtarifen anzeigen. Sinnvolle Filter helfen dabei, Angebote auszuschließen, die zwar preislich attraktiv wirken, aber nicht zu den eigenen Vorstellungen passen.

Verbraucher können beispielsweise festlegen, ob ausschließlich Ökostromtarife berücksichtigt werden sollen. Zusätzlich können Kriterien wie Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist oder gewünschte Preisgarantie eingegrenzt werden.

Wer Wert auf besondere ökologische Anforderungen legt, kann außerdem prüfen, ob entsprechende Kennzeichnungen oder weitergehende Qualitätsmerkmale verfügbar sind. Dabei sollte jedoch nachvollziehbar bleiben, nach welchen Kriterien ein Tarif eingeordnet wird.

Wichtig ist, Filter nicht so streng zu setzen, dass sinnvolle Alternativen unbeabsichtigt ausgeschlossen werden. Häufig lohnt es sich, zunächst eine etwas breitere Auswahl zu betrachten und anschließend einige Tarife detaillierter miteinander zu vergleichen.

Wann lohnt sich ein Wechsel zu Ökostrom?

Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn der bisherige Stromtarif nicht mehr zu den eigenen Anforderungen passt. Das kann beispielsweise bei gestiegenen Kosten, ungünstigen Vertragsbedingungen oder dem Wunsch nach erneuerbarer Stromherkunft der Fall sein.

Auch Verbraucher, die bereits einen Ökostromtarif besitzen, sollten ihren Vertrag gelegentlich überprüfen. Ein älterer Ökostromvertrag ist nicht automatisch dauerhaft günstig oder vertraglich optimal.

Vor einem Wechsel sollte zunächst die bestehende Vertragslaufzeit geprüft werden. Auch Kündigungsfrist und mögliche Sonderkündigungsrechte können relevant sein, insbesondere wenn der bisherige Anbieter den Preis verändert.

Ein Wechsel sollte jedoch nicht allein wegen eines kurzfristig niedrigen Vergleichspreises erfolgen. Wer Tarifdetails, Bonusbedingungen und Vertragsbindung vor Abschluss sorgfältig prüft, reduziert das Risiko unangenehmer Überraschungen.

Muss beim Wechsel technisch etwas geändert werden?

Bei einem normalen Stromanbieterwechsel sind in der Regel keine technischen Arbeiten in der Wohnung erforderlich. Stromzähler, Leitungen und Netzanschluss bleiben normalerweise unverändert bestehen.

Auch die Versorgung wird nicht über eine neue Leitung hergestellt. Der Wechsel betrifft in erster Linie den Liefervertrag und die kaufmännische Zuordnung des Strombezugs.

Dadurch unterscheidet sich ein Stromanbieterwechsel beispielsweise deutlich vom Wechsel einer Internetanschlusstechnologie. Verbraucher müssen normalerweise keinen neuen Stromzähler allein deshalb installieren lassen, weil sie von einem konventionellen Tarif zu einem Ökostromtarif wechseln.

Zählerstand und Zählernummer können allerdings im Rahmen des Anbieterwechsels benötigt werden. Deshalb ist es sinnvoll, entsprechende Angaben griffbereit zu haben.

Für wen ist Ökostrom besonders interessant?

Ökostrom kann grundsätzlich für nahezu jeden Haushalt infrage kommen, der seinen Strom über einen regulären Stromliefervertrag bezieht. Besonders naheliegend ist er für Verbraucher, die ihre Energieversorgung stärker an erneuerbaren Energien ausrichten möchten.

Auch preisbewusste Haushalte müssen Ökostrom nicht grundsätzlich ausschließen. Da eine große Zahl unterschiedlicher Tarife existiert, kann sich ein Vergleich zwischen Ökostromangeboten und anderen verfügbaren Tarifen lohnen.

Für Verbraucher mit besonders hohen ökologischen Ansprüchen reicht dagegen möglicherweise die reine Kennzeichnung als Ökostrom nicht aus. Sie sollten zusätzlich auf Herkunft, Fördermechanismen und gegebenenfalls weitergehende Qualitätsmerkmale achten.

Wer hauptsächlich möglichst einfache Vertragsbedingungen sucht, kann wiederum kurze Laufzeiten, transparente Preisbestandteile und überschaubare Kündigungsfristen höher gewichten. Der passende Tarif hängt damit letztlich von mehreren persönlichen Prioritäten ab.

Typische Missverständnisse über Ökostrom

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass Ökostromkunden physikalisch ausschließlich Strom aus Windrädern oder Solaranlagen erhalten. Tatsächlich wird Strom im öffentlichen Netz gemeinsam transportiert, sodass eine direkte Zuordnung einzelner Elektronen nicht möglich ist.

Ebenso falsch wäre die Annahme, jeder Ökostromtarif habe automatisch dieselbe ökologische Wirkung. Herkunftsnachweise bestätigen die erneuerbare Herkunft der bilanzierten Strommenge, sagen aber nicht zwangsläufig aus, ob mit dem Tarif zusätzliche Anlagen gebaut werden.

Auch die Aussage, Ökostrom sei grundsätzlich deutlich teurer, lässt sich nicht pauschal bestätigen. Die Kosten hängen von zahlreichen Faktoren ab und sollten immer anhand der konkreten Tarifbedingungen berechnet werden.

Schließlich sollte ein Ökostromtarif nicht ausschließlich nach einem bekannten Label oder einer auffälligen Werbeaussage ausgewählt werden. Preis, Vertragsbedingungen, Herkunft und persönliche Prioritäten ergeben erst gemeinsam ein aussagekräftiges Gesamtbild.

So lässt sich ein guter Ökostromtarif erkennen

Ein guter Ökostromtarif muss nicht in jeder einzelnen Kategorie Spitzenwerte erreichen. Entscheidend ist vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis aus nachvollziehbarer Stromherkunft, fairen Vertragsbedingungen und angemessenen Gesamtkosten.

Für viele Haushalte ist ein Tarif interessant, wenn der Preis auch ohne einmalige Boni nachvollziehbar bleibt und die Vertragsbindung überschaubar ist. Gleichzeitig sollte erkennbar sein, wie der Anbieter die erneuerbare Herkunft des Stroms belegt.

Wer höhere ökologische Ansprüche hat, kann zusätzlich darauf achten, ob über die reine Herkunftsnachweis-Beschaffung hinaus Investitionen in neue erneuerbare Erzeugungsanlagen oder Energiewendeprojekte unterstützt werden.

Am Ende sollte ein Tarif deshalb nicht allein danach bewertet werden, ob er in einer Ergebnisliste an erster Stelle steht. Ein genauer Blick auf wenige gut passende Angebote ist häufig hilfreicher als die Entscheidung nach einer einzigen Kennzahl.

FAQ: Häufige Fragen zu Ökostrom

Rund um Ökostrom entstehen vor allem Fragen zur tatsächlichen Stromherkunft, zur Funktionsweise des Stromnetzes und zu möglichen Preisunterschieden. Die folgenden Antworten erklären fünf Punkte, die bei der Auswahl eines Ökostromtarifs besonders häufig für Unsicherheit sorgen.

Kommt bei einem Ökostromtarif wirklich nur grüner Strom aus meiner Steckdose?

Nein, physikalisch lässt sich der Strom aus einer einzelnen Steckdose normalerweise keinem bestimmten Kraftwerk zuordnen. Im öffentlichen Stromnetz werden Strommengen aus unterschiedlichen Erzeugungsanlagen gemeinsam transportiert, sodass sich erneuerbar und konventionell erzeugter Strom technisch vermischen.

Bei einem Ökostromtarif geht es deshalb um die bilanzielle Beschaffung und Zuordnung erneuerbarer Strommengen. Der Anbieter muss entsprechend nachweisen, dass für den Stromverbrauch seiner Ökostromkunden erneuerbar erzeugte Energie berücksichtigt wurde.

Bedeutet 100 Prozent Ökostrom automatisch besonders nachhaltigen Strom?

Die Bezeichnung bedeutet zunächst, dass die für den Tarif bilanzierten Strommengen vollständig erneuerbarer Herkunft sind. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, wie stark der Tarif zusätzlich den Ausbau neuer Windkraft-, Solar- oder anderer Erneuerbare-Energien-Anlagen unterstützt.

Wer besonderen Wert auf zusätzliche ökologische Wirkung legt, sollte deshalb neben der Stromherkunft auch prüfen, ob weitere Qualitätskriterien erfüllt werden. Dazu können beispielsweise Investitionen in neue Anlagen oder gezielte Energiewendeprojekte gehören.

Ist Ökostrom automatisch teurer?

Nein, ein Ökostromtarif muss nicht automatisch mehr kosten als ein anderer Stromtarif. Die tatsächlichen Kosten werden unter anderem durch Arbeitspreis, Grundpreis, Anbieterstrategie, Vertragslaufzeit, Beschaffungskosten und regionale Faktoren bestimmt.

Ein Vergleich sollte deshalb anhand des eigenen Jahresverbrauchs erfolgen. Besonders wichtig ist dabei, Gesamtkosten und reguläre Tarifpreise zu betrachten und nicht lediglich einen niedrigen Arbeitspreis oder einen einmaligen Bonus.

Kann ich jederzeit zu einem Ökostromtarif wechseln?

Ob ein sofortiger Wechsel möglich ist, hängt vom bestehenden Stromvertrag ab. Mindestvertragslaufzeit, Kündigungsfrist und mögliche Sonderkündigungsrechte bestimmen, wann der bisherige Vertrag beendet werden kann.

Bei einem regulären Anbieterwechsel bleiben Stromanschluss und Leitungen normalerweise unverändert. Verbraucher sollten vor dem Wechsel trotzdem prüfen, wann der alte Vertrag endet und zu welchem Zeitpunkt der neue Liefervertrag beginnen soll.

Worauf sollte ich bei einem Ökostromvergleich am meisten achten?

Neben der erneuerbaren Stromherkunft sollten vor allem jährliche Gesamtkosten, Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie geprüft werden. Boni können zusätzlich berücksichtigt werden, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie teuer der Tarif regulär ist.

Wer einen besonderen Beitrag zur Energiewende leisten möchte, kann darüber hinaus auf weitergehende ökologische Kriterien achten. Der sinnvollste Tarif ist deshalb nicht automatisch der mit dem niedrigsten angezeigten Preis, sondern derjenige, dessen Preis, Bedingungen und Stromherkunft am besten zu den eigenen Prioritäten passen.

Fazit: Ökostrom verstehen und bewusst auswählen

Ökostrom ist Strom, der bilanziell aus erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Sonnenenergie oder Wasserkraft stammt. Da Strom im öffentlichen Netz gemeinsam transportiert wird, erhält ein Ökostromkunde nicht ausschließlich bestimmte „grüne Elektronen“, sondern unterstützt über seinen Liefervertrag die entsprechende Zuordnung erneuerbarer Strommengen.

Für die Bewertung eines Ökostromtarifs reicht die Bezeichnung „100 Prozent Ökostrom“ allein jedoch nicht immer aus. Herkunftsnachweise sind ein wichtiger Bestandteil des Systems, gleichzeitig können sich Tarife darin unterscheiden, ob darüber hinaus neue Anlagen oder andere Energiewendeprojekte unterstützt werden.

Auch wirtschaftlich lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Arbeitspreis und Grundpreis bestimmen zusammen die laufenden Kosten, während Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und Bonusbedingungen darüber entscheiden, wie flexibel und kalkulierbar ein Tarif tatsächlich ist.

Ein gut vorbereiteter Vergleich kann deshalb helfen, Ökostromangebote nicht nur nach dem niedrigsten angezeigten Preis zu beurteilen. Wer Stromherkunft, Gesamtkosten und Vertragsbedingungen gemeinsam betrachtet, kann einen Tarif auswählen, der sowohl zu den eigenen finanziellen Vorstellungen als auch zu den persönlichen ökologischen Anforderungen passt.

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