Das Girokonto gehört zu den wichtigsten Verträgen des täglichen Lebens. Gehalt, Miete, Versicherungen, Stromabschläge, Onlinekäufe, Kartenzahlungen und zahlreiche weitere Zahlungsvorgänge laufen darüber, weshalb viele Menschen selbst mit einem unpassenden oder zu teuren Konto jahrelang bei ihrer bisherigen Bank bleiben.
Dabei kann ein Girokontowechsel durchaus sinnvoll sein. Kontoführungsgebühren, Kartenpreise, Kosten für Bargeldabhebungen, Dispozinsen oder Bedingungen für eine kostenlose Kontoführung unterscheiden sich teilweise erheblich, während sich gleichzeitig die persönlichen Anforderungen an ein Konto verändern können.
Entscheidend ist jedoch, nicht einfach irgendein vermeintlich günstiges Angebot auszuwählen. Wer sein Girokonto wechseln möchte, sollte zunächst klären, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden, anschließend verschiedene Kontomodelle vergleichen und erst danach den eigentlichen Kontowechsel organisieren.
Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie sich ein Girokonto wechseln lässt, welche Kosten und Leistungen dabei wichtig sind und welche typischen Fehler Verbraucher vermeiden sollten.
Warum sich ein Girokonto-Wechsel lohnen kann
Viele Girokonten werden über Jahre oder sogar Jahrzehnte genutzt, ohne dass die Konditionen regelmäßig überprüft werden. Das ist bequem, kann aber dazu führen, dass Gebühren gezahlt werden, die bei einem anderen Kontomodell möglicherweise vermeidbar wären.
Besonders relevant sind regelmäßige Kosten, weil sich selbst kleinere Monatsbeträge über längere Zeit summieren. Eine Kontoführungsgebühr von beispielsweise 8 Euro pro Monat entspricht bereits 96 Euro im Jahr und 480 Euro innerhalb von fünf Jahren, sofern sich die Konditionen nicht verändern.
Gebühren sind allerdings nicht der einzige Grund für einen Wechsel. Auch fehlende Funktionen, eingeschränkte Bargeldversorgung, teure Karten, ein unübersichtliches Onlinebanking oder ein nicht mehr passendes Filialangebot können Gründe dafür sein, nach einer Alternative zu suchen.
Ein günstiges Girokonto muss zum Alltag passen
Ein Konto mit niedriger Grundgebühr ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Fallen beispielsweise zusätzliche Kosten für eine Girocard, Bargeldabhebungen oder bestimmte Buchungen an, kann ein vermeintlich günstiger Tarif am Ende teurer werden als ein Konto mit höherem Grundpreis.
Deshalb sollte immer das gesamte Nutzungsverhalten betrachtet werden. Wer beispielsweise häufig Bargeld benötigt, hat andere Anforderungen als jemand, der fast ausschließlich kontaktlos bezahlt und seine Bankgeschäfte über Smartphone und Computer erledigt.
Auch die persönliche Situation spielt eine Rolle. Studenten, Berufstätige, Selbstständige, Rentner, Familien oder Personen mit regelmäßigem Geldeingang können je nach Kontomodell von unterschiedlichen Konditionen profitieren.
Vor dem Girokonto-Wechsel zuerst das alte Konto prüfen
Bevor ein neues Konto eröffnet wird, lohnt sich ein genauer Blick auf das bestehende Girokonto. Dadurch lässt sich erkennen, welche Kosten tatsächlich entstehen und welche Leistungen regelmäßig genutzt werden.
Hilfreich ist es, die Kontoabrechnungen der vergangenen Monate durchzugehen. Neben der eigentlichen Kontoführungsgebühr sollten dabei Kartenkosten, Gebühren für Bargeldabhebungen, Überweisungen, Kontoauszüge und mögliche Zusatzleistungen berücksichtigt werden.
Gleichzeitig sollte überprüft werden, welche Funktionen des bisherigen Kontos wichtig sind. Wer bestimmte Leistungen regelmäßig nutzt, sollte sicherstellen, dass diese beim neuen Konto ebenfalls verfügbar oder durch eine sinnvolle Alternative ersetzt werden.
Welche Kosten beim Girokonto wirklich wichtig sind
Beim Girokonto-Vergleich fällt der Blick häufig zuerst auf die monatliche Kontoführungsgebühr. Sie ist wichtig, zeigt aber nur einen Teil der tatsächlichen Kosten.
Banken können ihre Kontomodelle unterschiedlich gestalten. Während manche Angebote einen festen monatlichen Preis verlangen, ist die Kontoführung bei anderen nur unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos oder günstiger.
Eine realistische Bewertung sollte deshalb möglichst viele Kostenbestandteile berücksichtigen. Besonders wichtig sind Kontoführung, Karten, Bargeldversorgung, Überweisungen sowie Kosten für zusätzliche oder besondere Leistungen.
Bedingungen für kostenlose Kontoführung genau lesen
Ein als kostenlos beworbenes Girokonto kann an Bedingungen geknüpft sein. Häufig spielt beispielsweise ein regelmäßiger monatlicher Geldeingang eine Rolle, wobei genau geprüft werden sollte, welche Zahlungseingänge akzeptiert werden und welche Mindesthöhe möglicherweise erforderlich ist.
Wer die Voraussetzungen dauerhaft erfüllt, kann von einem solchen Kontomodell profitieren. Wer jedoch nur unregelmäßige Einnahmen erhält oder nicht sicher ist, ob die Bedingungen auch künftig erfüllt werden, sollte mögliche Gebühren bei Nichterfüllung berücksichtigen.
Wichtig ist deshalb nicht nur die aktuelle Situation. Ein gutes Girokonto sollte möglichst auch dann noch passen, wenn sich Einkommen, Arbeitgeber oder persönliche Lebensumstände verändern.
Kartenkosten nicht übersehen
Zum Girokonto gehören häufig eine Debitkarte, eine Girocard oder weitere Kartenangebote. Ob diese im Kontopreis enthalten sind, kostenlos ausgegeben werden oder eine zusätzliche Jahresgebühr verursachen, hängt vom jeweiligen Kontomodell ab.
Verbraucher sollten deshalb prüfen, welche Karte sie tatsächlich benötigen. Wer beispielsweise häufig an bestimmten Terminals oder in kleineren Geschäften bezahlt, kann andere Anforderungen haben als jemand, der hauptsächlich online oder per Smartphone bezahlt.
Zusatzkarten für Partner können ebenfalls kostenpflichtig sein. Bei gemeinsam genutzten Konten sollte deshalb geprüft werden, ob eine zweite Karte enthalten ist oder separat berechnet wird.
Bargeld kann zum Kostenfaktor werden
Die Möglichkeit, kostenlos Bargeld abzuheben, gehört für viele Verbraucher zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Allerdings unterscheiden sich die verfügbaren Geldautomatennetze und Bedingungen teilweise deutlich.
Ein Konto kann sehr günstig sein und trotzdem unpraktisch werden, wenn in der eigenen Umgebung kaum geeignete Automaten verfügbar sind. Werden regelmäßig Fremdautomaten genutzt, können zusätzliche Kosten entstehen oder Mindestbeträge für Abhebungen gelten.
Wer häufig Bargeld benötigt, sollte daher nicht nur auf die Anzahl der theoretisch verfügbaren Automaten achten. Entscheidend ist, ob sich tatsächlich geeignete Abhebemöglichkeiten in der Nähe von Wohnung, Arbeitsplatz oder häufig besuchten Orten befinden.
Girokonto vergleichen: Diese Leistungen sollten berücksichtigt werden
Ein sinnvoller Girokonto-Vergleich berücksichtigt neben den Kosten auch die Leistungen. Das günstigste Konto hilft wenig, wenn wichtige Funktionen fehlen oder regelmäßig zusätzliche Gebühren entstehen.
Zu den zentralen Kriterien gehören Onlinebanking, Banking-App, Kartenausstattung, Bargeldversorgung, Möglichkeiten für Echtzeitüberweisungen, mobile Bezahlverfahren und der Kundenservice. Auch Gemeinschaftskonten, Unterkonten oder Funktionen zur Verwaltung von Ausgaben können je nach Bedarf interessant sein.
Wer Filialservice bevorzugt, sollte außerdem prüfen, wie gut das Geschäftsstellennetz erreichbar ist. Bei einem reinen Onlinekonto spielt dagegen die Qualität der digitalen Angebote eine besonders wichtige Rolle.
Onlinebanking und App im Alltag nicht unterschätzen
Bankgeschäfte werden zunehmend digital erledigt. Eine übersichtliche App und ein zuverlässiges Onlinebanking können daher wichtiger sein als einzelne Zusatzleistungen, die nur selten genutzt werden.
Zu den praktischen Funktionen gehören beispielsweise eine schnelle Umsatzsuche, Verwaltung von Daueraufträgen, Kartensteuerung, Push-Benachrichtigungen und einfache Freigabeverfahren. Je häufiger das Konto genutzt wird, desto stärker beeinflusst die Benutzerfreundlichkeit den Alltag.
Vor einem Wechsel lohnt es sich deshalb, nicht ausschließlich auf Preise zu achten. Ein Konto, dessen digitale Bedienung gut zu den eigenen Gewohnheiten passt, kann langfristig deutlich komfortabler sein.
Dispokredit und Überziehungszinsen berücksichtigen
Wer sein Girokonto gelegentlich oder regelmäßig überzieht, sollte beim Vergleich auch den Dispozins berücksichtigen. Unterschiede können besonders bei höheren oder länger bestehenden Negativsalden finanziell relevant werden.
Ein Beispiel verdeutlicht die Größenordnung: Werden durchschnittlich 1.500 Euro über mehrere Monate überzogen, können bereits wenige Prozentpunkte Unterschied beim Zinssatz merkbare zusätzliche Kosten verursachen. Ein günstiger Kontopreis kann dadurch schnell an Bedeutung verlieren.
Der Dispozins sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Wer dauerhaft im Minus ist, sollte grundsätzlich prüfen, ob eine andere Finanzierung oder eine Rückführung des Kontosaldos wirtschaftlich sinnvoller ist als die dauerhafte Nutzung des Dispokredits.
Welche Daten für einen Girokonto-Vergleich sinnvoll sind
Ein guter Vergleich beginnt mit den eigenen Anforderungen. Je genauer diese bekannt sind, desto leichter lassen sich passende Kontomodelle von Angeboten unterscheiden, die zwar attraktiv wirken, aber nicht zum persönlichen Zahlungsalltag passen.
Hilfreich sind Angaben zum monatlichen Geldeingang, zur gewünschten Kartenart, zur Bargeldnutzung und zur bevorzugten Art der Kontoführung. Auch die Frage, ob Filialen benötigt werden oder ein vollständig digitales Konto ausreicht, grenzt die Auswahl deutlich ein.
Wer gemeinsam mit einem Partner ein Konto führen möchte, sollte außerdem gezielt nach Gemeinschaftskonten suchen. Bei besonderen Anforderungen wie zusätzlichen Karten oder mehreren Kontoinhabern können sich Konditionen und verfügbare Funktionen unterscheiden.
Vergleichsergebnisse richtig einordnen
Ein Vergleichsrechner kann viele Girokonten übersichtlich gegenüberstellen. Die Sortierung sollte dennoch nicht automatisch als persönliche Empfehlung verstanden werden, denn ein günstiges Ergebnis ist nicht zwingend das passendste Konto.
Besonders wichtig ist deshalb ein Blick auf die Tarifdetails. Verbraucher sollten kontrollieren, welche Voraussetzungen für den ausgewiesenen Preis gelten und welche Leistungen bereits enthalten sind.
Auch zeitlich begrenzte Vorteile sollten von dauerhaft geltenden Konditionen unterschieden werden. Für die langfristige Entscheidung ist entscheidend, wie teuer und leistungsfähig das Konto nach möglichen Aktionszeiträumen tatsächlich bleibt.
Nicht nur auf einen möglichen Wechselbonus achten
Manche Girokonten können mit einmaligen Vorteilen oder Aktionen verbunden sein. Solche Angebote können interessant sein, sollten aber niemals das wichtigste Auswahlkriterium darstellen.
Entscheidend sind die Konditionen, die über Jahre hinweg gelten. Selbst ein attraktiver einmaliger Vorteil kann durch dauerhaft höhere Kontoführungsgebühren oder teurere Karten vergleichsweise schnell wieder aufgezehrt werden.
Wer langfristig denkt, vergleicht deshalb zuerst Kosten und Leistungen. Ein möglicher Bonus kann anschließend als zusätzlicher Vorteil betrachtet werden, sofern das Konto ohnehin zu den eigenen Anforderungen passt.
Girokonto wechseln: So läuft der Kontowechsel ab
Ist ein passendes Konto gefunden, beginnt der eigentliche Girokontowechsel. Besonders sicher ist ein schrittweises Vorgehen, bei dem das alte Konto zunächst bestehen bleibt und das neue Konto parallel eingerichtet wird.
Nach der Eröffnung sollten zuerst Onlinebanking, Karten und wichtige Funktionen des neuen Kontos vollständig eingerichtet werden. Erst wenn sicher ist, dass das Konto problemlos genutzt werden kann, sollten Zahlungsvorgänge umfassend umgestellt werden.
Ein überstürztes Schließen des bisherigen Kontos ist nicht empfehlenswert. Eine Übergangsphase reduziert das Risiko, dass Abbuchungen zurückgehen oder wichtige Zahlungseingänge auf einem bereits geschlossenen Konto landen.
Schritt 1: Neues Girokonto eröffnen
Die Kontoeröffnung erfolgt bei vielen Banken vollständig digital, kann je nach Anbieter aber auch über andere Verfahren möglich sein. Dabei werden persönliche Daten benötigt und die Identität des zukünftigen Kontoinhabers muss überprüft werden.
Nach erfolgreicher Eröffnung erhält der Kunde seine neue IBAN sowie Zugangsdaten für das Onlinebanking. Karten und weitere Unterlagen können abhängig vom Anbieter separat zugestellt oder digital bereitgestellt werden.
Bevor der eigentliche Wechsel beginnt, sollte getestet werden, ob der Zugang funktioniert. Auch eine erste kleine Überweisung kann sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass das Konto vollständig einsatzbereit ist.
Schritt 2: Regelmäßige Zahlungseingänge umstellen
Besonders wichtig ist die Umstellung regelmäßiger Einnahmen. Dazu gehören beispielsweise Gehalt, Rente, Zahlungen von Behörden oder andere regelmäßig eingehende Beträge.
Arbeitgeber und andere Zahlungspflichtige sollten frühzeitig über die neue Bankverbindung informiert werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Änderungen teilweise einen gewissen organisatorischen Vorlauf benötigen.
Wer mehrere Einkommensquellen besitzt, sollte eine Liste führen und die Änderung für jeden Zahlungseingang einzeln kontrollieren. So lässt sich vermeiden, dass später einzelne Zahlungen auf das alte Konto gehen.
Schritt 3: Lastschriften überprüfen und übertragen
Ein erheblicher Teil des Wechselaufwands entsteht durch Lastschriftmandate. Dazu gehören häufig Miete, Strom, Gas, Versicherungen, Telefon, Internet, Streamingdienste, Mitgliedschaften und zahlreiche weitere Verträge.
Hilfreich ist ein Blick auf die Kontoauszüge der vergangenen zwölf bis dreizehn Monate. Dadurch werden auch Zahlungen sichtbar, die lediglich jährlich oder in größeren Abständen abgebucht werden.
Die jeweiligen Unternehmen sollten anschließend über die neue Bankverbindung informiert werden. Bei vielen Anbietern lässt sich die IBAN inzwischen bequem im Kundenkonto ändern.
Schritt 4: Daueraufträge neu einrichten
Daueraufträge werden vom Kontoinhaber selbst ausgelöst und müssen deshalb beim Kontowechsel besonders beachtet werden. Typische Beispiele sind Mietzahlungen, Sparraten oder regelmäßige Überweisungen an Familienmitglieder.
Vor der Neueinrichtung lohnt sich gleichzeitig eine Kontrolle. Daueraufträge, die nicht mehr benötigt werden oder deren Betrag inzwischen angepasst werden müsste, können direkt korrigiert werden.
Das alte Konto bietet damit eine gute Gelegenheit für einen kleinen Zahlungsverkehrs-Check. Statt sämtliche Einstellungen blind zu übernehmen, kann der Wechsel genutzt werden, um bestehende Routinen aufzuräumen.
Kontowechselservice nutzen oder selbst wechseln?
Viele Banken unterstützen Neukunden bei der Übertragung regelmäßiger Zahlungen. Ein solcher Kontowechselservice kann den organisatorischen Aufwand deutlich reduzieren, ersetzt aber nicht in jedem Fall die eigene Kontrolle.
Je nach Verfahren können Zahlungspartner erkannt und über die neue Bankverbindung informiert werden. Verbraucher sollten anschließend überprüfen, ob alle relevanten Zahlungsvorgänge tatsächlich berücksichtigt wurden.
Besonders seltene Abbuchungen sind leicht zu übersehen. Eine jährlich fällige Versicherung oder Mitgliedschaft erscheint beispielsweise möglicherweise erst Monate nach dem eigentlichen Kontowechsel erneut.
Der gesetzliche Kontowechsel erleichtert die Umstellung
Für Zahlungskonten bestehen Regelungen, die einen Wechsel zwischen Banken unterstützen sollen. Dabei kann die neue Bank mit entsprechender Ermächtigung Informationen zum bisherigen Zahlungsverkehr anfordern und bestimmte Schritte beim Wechsel unterstützen.
Welche Leistungen konkret angeboten werden und wie der Ablauf organisiert ist, sollte vorab geprüft werden. Ein Kontowechselservice kann hilfreich sein, entbindet den Kontoinhaber jedoch nicht davon, die Umstellung anschließend zu kontrollieren.
Gerade bei vielen Vertragspartnern lohnt sich eine eigene Übersicht. Sie gibt zusätzliche Sicherheit und erleichtert es, fehlende Änderungen schnell zu erkennen.
Das alte Girokonto nicht sofort kündigen
Einer der häufigsten Fehler beim Girokonto wechseln ist die zu frühe Kündigung des bisherigen Kontos. Solange noch nicht alle Zahlungspartner auf die neue Bankverbindung umgestellt sind, sollte das alte Konto normalerweise weiter bestehen.
Eine Übergangsphase von einigen Wochen oder länger kann sinnvoll sein. In dieser Zeit sollten sowohl das alte als auch das neue Konto regelmäßig kontrolliert werden.
Auf dem bisherigen Konto sollte außerdem ausreichend Guthaben verbleiben, um eventuell noch eingehende Lastschriften abzudecken. Dadurch lassen sich Rücklastschriften und damit verbundene Probleme vermeiden.
Auf seltene Abbuchungen achten
Monatliche Zahlungen fallen beim Kontowechsel meistens schnell auf. Schwieriger sind Versicherungsbeiträge, Mitgliedschaften, Abonnements oder andere Beträge, die nur quartalsweise, halbjährlich oder jährlich abgebucht werden.
Deshalb reicht es häufig nicht aus, nur die letzten zwei oder drei Kontoauszüge zu prüfen. Ein längerer Zeitraum liefert einen wesentlich vollständigeren Überblick über den tatsächlichen Zahlungsverkehr.
Auch gespeicherte Bankverbindungen bei Onlinehändlern oder Zahlungsdiensten sollten überprüft werden. Sie gehören zwar nicht immer zum klassischen Kontowechsel, können später aber zu unerwarteten Problemen führen.
Was mit dem Guthaben auf dem alten Konto passiert
Sobald der Zahlungsverkehr vollständig auf das neue Girokonto übertragen wurde, kann das verbleibende Guthaben auf das neue Konto überwiesen werden. Vorher sollten jedoch mögliche noch ausstehende Zahlungen berücksichtigt werden.
Wer das alte Konto für die Übergangsphase nutzt, lässt am besten einen ausreichenden Sicherheitsbetrag darauf. Erst wenn über einen längeren Zeitraum keine relevanten Buchungen mehr erfolgt sind, kann das Restguthaben vollständig übertragen werden.
Vor einer Kündigung sollte außerdem geprüft werden, ob noch offene Kartenabrechnungen oder andere Verpflichtungen bestehen. Erst danach ist das Konto tatsächlich bereit für die endgültige Schließung.
Girokonto kündigen: Diese Punkte sind wichtig
Ist der Wechsel abgeschlossen, kann das alte Girokonto gekündigt werden. Vorher sollten Kontoauszüge und andere wichtige Dokumente gesichert werden, insbesondere wenn der Onlinezugang nach der Kontoschließung nicht mehr verfügbar ist.
Die Bank sollte eindeutig über die gewünschte Kontoschließung informiert werden. Gleichzeitig kann eine neue Bankverbindung angegeben werden, auf die eventuell vorhandenes Restguthaben übertragen werden soll.
Nach der Schließung empfiehlt es sich, die Bestätigung aufzubewahren. Dadurch lässt sich später nachvollziehen, zu welchem Zeitpunkt das bisherige Girokonto beendet wurde.
Typische Fehler beim Girokonto-Wechsel
Ein Kontowechsel ist grundsätzlich gut planbar, dennoch können kleine Versäumnisse unnötigen Aufwand verursachen. Besonders häufig entstehen Probleme, wenn das alte Konto zu früh geschlossen oder einzelne Lastschriften übersehen werden.
Auch die Auswahl ausschließlich anhand des monatlichen Grundpreises kann zu einer falschen Entscheidung führen. Kartenkosten, Bargeldversorgung, Dispozinsen und Bedingungen für kostenlose Kontoführung können langfristig mindestens ebenso wichtig sein.
Ein weiterer Fehler besteht darin, nur die aktuelle Lebenssituation zu betrachten. Wer beispielsweise ein Konto wählt, das ausschließlich bei einem bestimmten monatlichen Geldeingang kostenlos bleibt, sollte überlegen, ob diese Voraussetzung auch künftig zuverlässig erfüllt werden kann.
Wann sich ein Girokonto-Wechsel besonders anbieten kann
Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn die laufenden Gebühren des bisherigen Kontos deutlich gestiegen sind oder wichtige Leistungen nicht mehr zu den persönlichen Anforderungen passen. Auch ein Umzug kann ein guter Anlass sein, insbesondere wenn sich dadurch die Erreichbarkeit von Filialen oder Geldautomaten verändert.
Ebenso kann sich ein Vergleich anbieten, wenn sich die eigene Nutzung verändert hat. Wer früher regelmäßig eine Bankfiliale besucht hat und inzwischen sämtliche Bankgeschäfte digital erledigt, benötigt möglicherweise ein anderes Kontomodell als noch vor einigen Jahren.
Ein Wechsel muss allerdings nicht automatisch die beste Lösung sein. Wer mit seinem bestehenden Konto zufrieden ist, angemessene Gebühren zahlt und alle benötigten Funktionen erhält, sollte nicht allein wegen kleiner kurzfristiger Vorteile wechseln.
Ein einfaches Rechenbeispiel zum Kontowechsel
Angenommen, das bisherige Girokonto kostet monatlich 9 Euro. Hinzu kommen 12 Euro pro Jahr für eine zusätzliche Karte, sodass die jährlichen Fixkosten bei 120 Euro liegen.
Ein alternatives Konto kostet beispielsweise 3 Euro monatlich und enthält die benötigten Karten bereits. Die jährlichen Fixkosten würden damit 36 Euro betragen, was in diesem vereinfachten Beispiel einer Differenz von 84 Euro pro Jahr entspricht.
Über fünf Jahre wären das rechnerisch 420 Euro. Voraussetzung ist allerdings, dass beim neuen Konto keine zusätzlichen Kosten für regelmäßig genutzte Leistungen entstehen und die Konditionen über den betrachteten Zeitraum vergleichbar bleiben.
Genau deshalb ist eine Gesamtkostenbetrachtung sinnvoller als ein Blick auf einzelne Werbeaussagen. Je genauer das eigene Nutzungsverhalten berücksichtigt wird, desto realistischer lässt sich einschätzen, welches Konto langfristig wirtschaftlich und praktisch passt.
Girokonto wechseln und gleichzeitig die Finanzen ordnen
Ein Kontowechsel bietet eine gute Gelegenheit, den eigenen Zahlungsverkehr genauer anzusehen. Auf Kontoauszügen finden sich häufig Abonnements, Mitgliedschaften oder andere regelmäßige Kosten, die im Alltag kaum noch bewusst wahrgenommen werden.
Statt sämtliche Zahlungen automatisch auf das neue Konto zu übertragen, kann jede wiederkehrende Abbuchung kurz hinterfragt werden. Dadurch lässt sich prüfen, ob der zugrunde liegende Vertrag noch benötigt wird oder inzwischen angepasst werden sollte.
Der Girokontowechsel wird damit nicht nur zu einer organisatorischen Aufgabe. Er kann gleichzeitig als kleiner Finanzcheck dienen und mehr Übersicht über laufende Verpflichtungen schaffen.
Wie lange dauert ein Girokonto-Wechsel?
Die Kontoeröffnung selbst kann je nach Bank relativ schnell abgeschlossen sein. Der vollständige Wechsel des Zahlungsverkehrs benötigt allerdings mehr Zeit, weil Arbeitgeber, Vertragspartner und andere Stellen ihre Bankverbindungen erst aktualisieren müssen.
Deshalb sollte nicht mit einem festen Zeitraum gerechnet werden, nach dem automatisch alles erledigt ist. Entscheidend ist vielmehr, ob alle relevanten Zahlungseingänge, Lastschriften und Daueraufträge tatsächlich über das neue Konto laufen.
Wer eine ausreichend lange Übergangsphase einplant, reduziert den Zeitdruck erheblich. Ein Girokonto wechseln zu wollen bedeutet deshalb nicht, dass das alte Konto bereits wenige Tage später geschlossen werden muss.
Check vor der endgültigen Kontoschließung
Bevor das alte Konto beendet wird, sollte ein letzter Kontrollgang erfolgen. Dabei geht es weniger um Geschwindigkeit als um die Sicherheit, dass der gesamte Zahlungsverkehr erfolgreich umgestellt wurde.
Geprüft werden sollten insbesondere Gehalts- und andere Zahlungseingänge, Lastschriften, Daueraufträge, Kartenabrechnungen und selten wiederkehrende Zahlungen. Auch benötigte Kontoauszüge und Dokumente sollten bereits gespeichert sein.
Sind über einen angemessenen Zeitraum keine unerwarteten Buchungen mehr aufgetreten und ist das Restguthaben übertragen, kann das alte Girokonto in der Regel ohne unnötige Hektik geschlossen werden.
FAQ: Häufige Fragen zum Girokonto wechseln
Beim Girokonto-Wechsel entstehen häufig ähnliche Unsicherheiten, insbesondere rund um Zahlungseingänge, Lastschriften und die Schließung des bisherigen Kontos. Die folgenden Antworten greifen fünf besonders wichtige Fragen aus der Praxis auf.
Kann ich mein Girokonto wechseln, obwohl noch Lastschriften laufen?
Ja, laufende Lastschriften verhindern einen Kontowechsel grundsätzlich nicht. Wichtig ist allerdings, dass die jeweiligen Zahlungsempfänger rechtzeitig über die neue Bankverbindung informiert werden und das alte Konto während der Übergangsphase noch ausreichend gedeckt ist.
Dadurch können Lastschriften, die versehentlich noch vom bisherigen Konto eingezogen werden, zunächst weiterhin ausgeführt werden. Erst wenn alle relevanten Zahlungspartner die neue IBAN verwenden, sollte die endgültige Kontoschließung erfolgen.
Muss ich meinen Arbeitgeber über das neue Girokonto informieren?
Wenn das Gehalt bislang auf das alte Konto überwiesen wird, muss der Arbeitgeber die neue Bankverbindung kennen. Die Änderung sollte möglichst früh erfolgen, da die Abrechnung für einen bestimmten Monat möglicherweise bereits vorbereitet wurde.
Es empfiehlt sich deshalb, das alte Konto nicht unmittelbar nach der Mitteilung zu schließen. So bleibt ausreichend Zeit, falls eine Gehaltszahlung noch einmal auf die bisherige Bankverbindung überwiesen wird.
Wird mein altes Girokonto automatisch geschlossen?
Die Eröffnung eines neuen Girokontos bedeutet normalerweise nicht automatisch, dass das bisherige Konto verschwindet. Die Kontoschließung ist ein eigener Schritt und sollte bewusst erst erfolgen, nachdem der Zahlungsverkehr vollständig übertragen wurde.
Diese parallele Nutzung ist beim Wechsel sogar hilfreich. Sie ermöglicht es, vergessene Abbuchungen zu erkennen und verhindert, dass einzelne Zahlungsvorgänge plötzlich auf einem nicht mehr bestehenden Konto landen.
Wie finde ich heraus, welche Lastschriften ich umstellen muss?
Am zuverlässigsten ist ein Blick auf die Kontoauszüge eines längeren Zeitraums. Idealerweise werden mindestens die vergangenen zwölf Monate kontrolliert, damit auch jährlich oder halbjährlich abgebuchte Beiträge sichtbar werden.
Zusätzlich sollte an gespeicherte Bankverbindungen bei Zahlungsdiensten, Onlinehändlern und anderen Plattformen gedacht werden. Eine selbst erstellte Liste hilft dabei, jede Änderung nach und nach abzuhaken.
Lohnt sich ein Girokonto-Wechsel auch bei kleinen Gebührenunterschieden?
Das hängt von der Höhe der Ersparnis, den Leistungen und dem persönlichen Aufwand ab. Ein Unterschied von wenigen Euro im Monat kann sich über mehrere Jahre durchaus summieren, sollte aber niemals isoliert betrachtet werden.
Wenn das bisherige Konto sehr gut zum eigenen Alltag passt, kann ein etwas höherer Preis gerechtfertigt sein. Ein Wechsel ist vor allem dann überzeugend, wenn sowohl die Kosten als auch die Leistungen des neuen Kontos langfristig besser zu den eigenen Anforderungen passen.
Fazit: Ein gut vorbereiteter Girokonto-Wechsel ist meist unkomplizierter als gedacht
Ein Girokonto zu wechseln wirkt zunächst aufwendig, weil zahlreiche Zahlungen mit der bisherigen Bankverbindung verbunden sind. Wer den Wechsel jedoch strukturiert angeht und beide Konten für eine Übergangsphase parallel nutzt, kann den organisatorischen Aufwand deutlich besser kontrollieren.
Am Anfang sollte immer ein ehrlicher Vergleich der eigenen Anforderungen stehen. Kontoführungsgebühr, Kartenkosten, Bargeldversorgung, Onlinebanking, Dispozinsen, Service und mögliche Bedingungen für kostenlose Kontoführung ergeben zusammen ein wesentlich aussagekräftigeres Bild als der reine Grundpreis.
Beim eigentlichen Wechsel gilt anschließend: erst das neue Konto vollständig einrichten, dann Zahlungseingänge und Abbuchungen übertragen und das bisherige Konto erst zum Schluss schließen. Besonders wichtig ist dabei die Kontrolle seltener Zahlungen, die nur einmal pro Jahr oder in größeren Abständen auftauchen.
Ein Girokonto-Vergleich kann helfen, passende Kontomodelle schneller zu unterscheiden und Kosten sowie Leistungen transparenter gegenüberzustellen. Die beste Entscheidung ist jedoch nicht automatisch das Konto mit dem niedrigsten angezeigten Preis, sondern das Girokonto, dessen Konditionen dauerhaft zum eigenen Zahlungsalltag passen.