Ein Wertpapierdepot ist die technische Grundlage für den Kauf und die Verwahrung von Aktien, ETFs, Fonds und anderen Wertpapieren. Viele Banken und Broker werben inzwischen mit einem kostenlosen Depot, bei dem zumindest für die reine Depotführung keine regelmäßige Gebühr verlangt wird. Für Anleger klingt das zunächst unkompliziert: Depot eröffnen, Wertpapiere kaufen und dauerhaft keine Kosten für das Konto bezahlen.
Ganz so einfach ist die Rechnung jedoch nicht. Bei einem Depot können Kosten an verschiedenen Stellen entstehen. Neben der Depotführungsgebühr spielen vor allem Ordergebühren, Handelsplatzentgelte, Sparplankosten, Fremdkosten und gegebenenfalls Gebühren für besondere Dienstleistungen eine Rolle. Ein Depot kann deshalb formal kostenlos sein und trotzdem im täglichen Gebrauch mehr kosten als ein Angebot mit einer kleinen Grundgebühr.
Wer ein Wertpapierdepot auswählt, sollte daher nicht allein auf die Aussage „kostenlos“ achten. Entscheidend ist die Gesamtkostenstruktur in Verbindung mit dem eigenen Anlageverhalten. Ein Anleger mit einem ETF-Sparplan benötigt andere Konditionen als jemand, der regelmäßig einzelne Aktien kauft und verkauft.
Was bedeutet „kostenloses Depot“ überhaupt?
Wenn Anbieter von einem kostenlosen Depot sprechen, ist damit in der Regel zunächst die Depotführung gemeint. Für die reine Verwahrung der Wertpapiere wird dann keine monatliche oder jährliche Grundgebühr berechnet.
Das ist für Anleger grundsätzlich positiv, denn laufende Depotgebühren reduzieren unabhängig von der Wertentwicklung die Rendite. Trotzdem sagt die kostenlose Depotführung allein wenig darüber aus, wie günstig ein Depot tatsächlich genutzt werden kann.
Typische Kosten können beispielsweise beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers entstehen. Auch der gewählte Handelsplatz, die Höhe einer Order oder die Nutzung bestimmter Sparpläne können den Preis beeinflussen.
Kostenlose Depotführung ist nicht kostenloser Wertpapierhandel
Die Begriffe werden häufig miteinander verwechselt. Eine kostenlose Depotführung bedeutet lediglich, dass für das Bestehen des Depots selbst keine regelmäßige Verwaltungsgebühr anfällt.
Eine Aktienorder kann trotzdem beispielsweise mit einer festen Gebühr oder einer Kombination aus Grundpreis und prozentualem Anteil am Ordervolumen berechnet werden. Hinzu können Handelsplatzentgelte oder weitere Kosten kommen.
Deshalb sollte ein Depot nie ausschließlich danach beurteilt werden, ob die Depotführung kostenlos ist. Für die tatsächlichen Kosten ist entscheidend, wie häufig und auf welche Weise Wertpapiere gehandelt werden.
Welche Kosten können trotz kostenlosem Depot entstehen?
Die Preisverzeichnisse von Banken und Brokern unterscheiden sich teilweise deutlich. Manche Anbieter arbeiten mit sehr einfachen Gebührenmodellen, während andere verschiedene Grundgebühren, volumenabhängige Kosten und Handelsplatzentgelte kombinieren.
Für Verbraucher ist deshalb sinnvoll, nicht nur die hervorgehobenen Werbeaussagen zu betrachten. Interessanter ist die Frage: Welche Gebühren entstehen bei genau den Transaktionen, die ich voraussichtlich durchführen werde?
Bei einem langfristigen ETF-Sparer können beispielsweise Sparplankosten besonders wichtig sein. Für einen Anleger, der regelmäßig Aktien handelt, sind dagegen die Kosten einzelner Orders wesentlich bedeutender.
Ordergebühren
Beim Kauf und Verkauf von Aktien, ETFs und anderen Wertpapieren können Ordergebühren entstehen. Je nach Gebührenmodell wird ein fixer Betrag, ein prozentualer Anteil des Ordervolumens oder eine Kombination aus beiden berechnet.
Besonders bei kleineren Anlagebeträgen können fixe Orderkosten stark ins Gewicht fallen. Kostet eine Order beispielsweise 10 Euro und werden lediglich Wertpapiere im Wert von 500 Euro gekauft, entsprechen die Kaufkosten bereits 2 Prozent des investierten Betrags.
Bei einer Anlage von 5.000 Euro wären dieselben 10 Euro dagegen nur 0,2 Prozent. Die absolute Gebühr ist identisch, ihre Bedeutung für die Rendite unterscheidet sich jedoch deutlich.
Handelsplatz- und Fremdkosten
Neben der eigentlichen Ordergebühr können weitere Kosten entstehen. Dazu gehören beispielsweise handelsplatzabhängige Entgelte oder Gebühren, die nicht direkt vom Depotanbieter selbst erhoben werden.
Welche Kosten anfallen, hängt unter anderem davon ab, an welchem Handelsplatz eine Order ausgeführt wird. Deshalb kann dieselbe Wertpapierorder über unterschiedliche Handelswege verschiedene Gesamtkosten verursachen.
Beim Depotvergleich sollte deshalb möglichst auf den Gesamtpreis einer typischen Order geachtet werden. Eine niedrige Grundgebühr ist wenig aussagekräftig, wenn anschließend weitere Kosten hinzukommen.
Kosten für ETF- und Fondssparpläne
ETF-Sparpläne gehören für viele Privatanleger zu den wichtigsten Funktionen eines Depots. Dabei wird regelmäßig ein festgelegter Betrag automatisch in einen ETF investiert.
Manche Anbieter führen ausgewählte oder sämtliche Sparpläne ohne Ausführungsgebühr aus. Andere verlangen einen festen Betrag oder einen prozentualen Anteil der Sparrate.
Gerade bei kleinen Sparraten sollte dieser Punkt nicht unterschätzt werden. Wer beispielsweise monatlich 100 Euro investiert, führt zwölf Sparplanausführungen pro Jahr durch. Selbst kleine Gebühren können sich dadurch regelmäßig wiederholen.
Gebühren für besondere Leistungen
Ein Depot kann darüber hinaus Kosten verursachen, die im normalen Anlagealltag zunächst kaum auffallen. Bestimmte Zusatzleistungen, Dokumente, spezielle Orderarten oder besondere Handelsmöglichkeiten können kostenpflichtig sein.
Nicht jede dieser Gebühren ist für jeden Anleger relevant. Wer bestimmte Leistungen überhaupt nicht nutzt, muss sie bei der Depotwahl entsprechend weniger stark gewichten.
Trotzdem lohnt sich ein Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis. Dadurch lässt sich besser erkennen, ob die besonders günstigen Standardkonditionen an anderer Stelle durch höhere Zusatzkosten ergänzt werden.
Wann ist ein Wertpapierdepot wirklich kostenlos?
Von einem wirklich kostenlosen Depot kann im engeren Sinne nur gesprochen werden, wenn für die geplante Nutzung tatsächlich keine relevanten Gebühren entstehen. Das ist deutlich mehr als lediglich eine kostenlose Depotführung.
Ein Anleger, der beispielsweise nur einen kostenlosen ETF-Sparplan nutzt, keine zusätzlichen Dienstleistungen benötigt und für die Depotführung ebenfalls nichts bezahlt, kann sein Depot unter Umständen tatsächlich weitgehend ohne direkte Depot- und Transaktionsgebühren nutzen.
Wer dagegen regelmäßig Aktien kauft und verkauft, wird trotz kostenloser Depotführung häufig Transaktionskosten haben. Entscheidend ist deshalb immer das persönliche Nutzungsprofil.
Das Anlageverhalten entscheidet über die tatsächlichen Kosten
Ein klassisches Beispiel ist der langfristige Anleger, der jeden Monat einen ETF bespart. Für ihn sind Depotführungsgebühren und Sparplankosten besonders wichtig, während die Kosten einzelner Aktienorders möglicherweise überhaupt keine Rolle spielen.
Ein anderer Anleger investiert größere Beträge unregelmäßig in einzelne Aktien. Für ihn sind Sparplanbedingungen weitgehend uninteressant, dafür können Orderkosten und Handelsplatzentgelte entscheidend sein.
Ein aktiver Anleger mit vielen Käufen und Verkäufen muss wiederum besonders genau auf die Kosten pro Transaktion achten. Bereits wenige Euro Unterschied pro Order können sich bei vielen Handelsvorgängen im Laufe eines Jahres deutlich summieren.
Beispiel: Wie stark sich Orderkosten auswirken können
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, warum nicht allein die Depotgebühr betrachtet werden sollte. Angenommen, Anleger A nutzt ein Depot ohne Depotführungsgebühr und bezahlt pro Kauf oder Verkauf jeweils 8 Euro.
Im Laufe eines Jahres führt er zwölf Käufe und vier Verkäufe durch. Das sind insgesamt 16 kostenpflichtige Transaktionen. Allein bei einer Ordergebühr von 8 Euro entstehen damit 128 Euro Handelskosten.
Ein anderes Depot könnte beispielsweise ebenfalls ohne Depotgebühr angeboten werden, aber nur 4 Euro pro vergleichbarer Order verlangen. Bei denselben 16 Transaktionen würden die Orderkosten lediglich 64 Euro betragen.
Der Unterschied beträgt bereits 64 Euro pro Jahr, obwohl beide Angebote als kostenloses Depot beworben werden könnten. Genau deshalb sollte ein Depotvergleich immer anhand realistischer Nutzungsszenarien erfolgen.
Kostenloses Depot für ETF-Sparpläne
Wer langfristig mit einem ETF-Sparplan Vermögen aufbauen möchte, sollte besonders auf die Kosten der Sparplanausführung achten. Die kostenlose Depotführung ist dabei nur der erste Baustein.
Wichtig sind außerdem die verfügbaren ETFs, mögliche Mindestsparraten, die Flexibilität bei der Anpassung der Sparrate und die Kosten für jede Ausführung. Ein sehr günstiges Depot hilft wenig, wenn der gewünschte ETF dort nicht als Sparplan verfügbar ist.
Auch sollte geprüft werden, ob kostenlose Sparpläne dauerhaft Bestandteil des allgemeinen Preisverzeichnisses sind oder nur bestimmte Produkte beziehungsweise Aktionsangebote betreffen.
Kleine Sparraten reagieren besonders empfindlich auf Gebühren
Bei einer hohen Sparrate fallen kleine fixe Gebühren prozentual weniger stark ins Gewicht. Bei niedrigen Sparraten kann derselbe Betrag dagegen einen erheblichen Anteil ausmachen.
Wer beispielsweise monatlich 50 Euro investiert und pro Sparplanausführung 1,50 Euro bezahlt, gibt bereits 3 Prozent der Sparrate allein für die Ausführung aus. Bei einer monatlichen Sparrate von 500 Euro entsprechen dieselben 1,50 Euro dagegen nur 0,3 Prozent.
Gerade Anleger mit kleinen monatlichen Beträgen sollten deshalb prüfen, ob ein kostenloser oder sehr günstiger Sparplan verfügbar ist.
Kostenloses Depot für Aktienanleger
Wer hauptsächlich einzelne Aktien kauft, sollte stärker auf die Orderkosten achten. Besonders wichtig ist dabei nicht nur der beworbene Einstiegspreis, sondern der tatsächliche Gesamtpreis einer Transaktion.
Manche Gebührenmodelle unterscheiden sich je nach Ordervolumen oder Handelsplatz. Andere arbeiten mit einem weitgehend festen Preis pro Transaktion.
Welche Variante günstiger ist, hängt davon ab, wie hoch die durchschnittlichen Anlagebeträge sind und wie häufig gehandelt wird. Ein Anleger mit wenigen großen Käufen stellt andere Anforderungen an ein Depot als jemand, der regelmäßig kleinere Beträge investiert.
Günstige Orders sollten nicht das einzige Auswahlkriterium sein
Kosten sind wichtig, aber sie sind nicht das einzige Qualitätsmerkmal eines Depots. Auch die Auswahl der handelbaren Wertpapiere und Handelsplätze kann relevant sein.
Hinzu kommen Aspekte wie Benutzerfreundlichkeit, technische Stabilität, Ordermöglichkeiten, Sparplanangebot, Service und die Übersichtlichkeit der Abrechnungen.
Wer nur den niedrigsten Orderpreis betrachtet, kann deshalb bei Funktionen oder Auswahlmöglichkeiten Kompromisse eingehen, die später störender sind als eine geringfügig höhere Gebühr.
Warum Anbieter kostenlose Depots anbieten können
Ein kostenloses Depot bedeutet nicht, dass der Anbieter mit dem Kunden keinerlei Einnahmen erzielt. Banken und Broker verfügen über unterschiedliche Geschäftsmodelle und können Einnahmen beispielsweise rund um Handelsaktivitäten, Zusatzangebote oder andere Finanzdienstleistungen erzielen.
Für Anleger ist das grundsätzlich kein Problem. Wichtig ist lediglich, die Preisstruktur zu verstehen und zu wissen, welche Kosten bei der eigenen Nutzung entstehen.
Statt sich ausschließlich zu fragen, warum ein Anbieter ein Depot kostenlos bereitstellt, sollte der Fokus deshalb auf Transparenz liegen. Sind Gebühren, Handelsmöglichkeiten und Bedingungen klar nachvollziehbar, lässt sich das Angebot wesentlich besser beurteilen.
Vorsicht bei Bedingungen für die kostenlose Depotführung
Nicht jedes Depot ist automatisch und dauerhaft ohne Grundgebühr. Bei manchen Modellen kann die Gebührenfreiheit an Bedingungen geknüpft sein.
Denkbar sind beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Transaktionen, ein regelmäßiger Sparplan oder andere Voraussetzungen. Werden diese nicht mehr erfüllt, kann eine Depotführungsgebühr entstehen.
Vor der Eröffnung sollte deshalb geprüft werden, ob die kostenlose Depotführung bedingungslos gilt oder ob bestimmte Anforderungen erfüllt werden müssen.
Aktionskonditionen richtig einordnen
Besondere Aufmerksamkeit verdienen zeitlich begrenzte Aktionen. Ein Depot kann beispielsweise für einen bestimmten Zeitraum besonders günstig angeboten werden oder reduzierte Orderkosten enthalten.
Solche Aktionen können attraktiv sein, sollten aber nicht mit den langfristigen Standardkonditionen verwechselt werden. Entscheidend ist, welche Kosten nach Ablauf einer Aktion gelten.
Wer ein Depot voraussichtlich viele Jahre nutzen möchte, sollte daher stärker auf die regulären Gebühren achten als auf einen kurzfristigen Preisvorteil.
Kostenloses Depot vergleichen: Diese Kriterien sind wirklich wichtig
Ein sinnvoller Depotvergleich beginnt nicht mit dem günstigsten Angebot, sondern mit dem eigenen Bedarf. Anleger sollten zunächst überlegen, welche Wertpapiere sie kaufen möchten, wie häufig sie handeln und ob sie Sparpläne nutzen wollen.
Danach lassen sich die Gebührenmodelle wesentlich besser vergleichen. Besonders aussagekräftig ist eine Betrachtung der erwarteten Gesamtkosten pro Jahr.
Dadurch werden Angebote vergleichbar, die auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Preisstrukturen haben.
1. Depotführungsgebühr prüfen
Zunächst sollte geklärt werden, ob das Depot dauerhaft kostenlos geführt wird. Wichtig ist dabei insbesondere, ob Bedingungen an die Gebührenfreiheit geknüpft sind.
Auch eine möglicherweise geringe jährliche Depotgebühr sollte in die Gesamtrechnung einbezogen werden. Sie fällt unabhängig davon an, ob überhaupt gehandelt wird.
Für langfristige Anleger mit wenigen Transaktionen kann eine dauerhaft kostenlose Depotführung deshalb besonders attraktiv sein.
2. Typische Orderkosten berechnen
Im nächsten Schritt sollten Anleger abschätzen, wie viele Käufe und Verkäufe sie ungefähr pro Jahr durchführen. Anschließend können sie ausrechnen, welche Kosten bei den jeweiligen Gebührenmodellen entstehen würden.
Wer nur zwei größere Käufe pro Jahr tätigt, muss Ordergebühren anders bewerten als jemand mit 30 oder 50 Transaktionen.
Hilfreich ist deshalb eine einfache Jahresrechnung: Anzahl der erwarteten Orders multipliziert mit den durchschnittlichen Kosten pro Transaktion. Eventuelle Zusatzentgelte sollten dabei berücksichtigt werden.
3. Sparplankosten berücksichtigen
Bei regelmäßigen Sparplänen sollte geprüft werden, ob für jede Ausführung Gebühren anfallen. Zusätzlich ist wichtig, ob die gewünschten ETFs oder Fonds überhaupt sparplanfähig sind.
Ein Angebot mit mehreren Tausend möglichen Sparplänen ist nicht automatisch besser, wenn der konkret gewünschte ETF fehlt. Umgekehrt kann ein kleineres Angebot vollkommen ausreichen, wenn die benötigten Produkte enthalten sind.
Auch die Möglichkeit, Sparraten kostenlos zu ändern, auszusetzen oder wieder aufzunehmen, kann für langfristige Anleger praktisch sein.
4. Handelsangebot und Handelsplätze vergleichen
Ein günstiges Depot sollte zum gewünschten Anlagespektrum passen. Wer nur bekannte Aktien und große ETFs handeln möchte, benötigt möglicherweise keine besonders umfangreiche Handelsplatzauswahl.
Anleger mit spezielleren Wertpapieren oder besonderen Handelswünschen sollten dagegen genauer prüfen, welche Börsenplätze und Produkte verfügbar sind.
Ein niedriger Preis hat wenig Nutzen, wenn bestimmte Wertpapiere oder Handelsmöglichkeiten fehlen.
5. Bedienung und Service nicht vergessen
Auch bei einem kostengünstigen Online-Depot spielt die Bedienbarkeit eine Rolle. Orders sollten nachvollziehbar erfasst werden können und Depotbestand, Transaktionen sowie Abrechnungen übersichtlich dargestellt sein.
Gerade Einsteiger profitieren von einer klar aufgebauten Benutzeroberfläche. Ein kompliziertes System erhöht dagegen das Risiko, falsche Angaben zu machen oder wichtige Informationen zu übersehen.
Auch der Kundenservice kann relevant werden, beispielsweise bei technischen Problemen, Fragen zu einem Depotübertrag oder Unklarheiten bei Abrechnungen.
Typische Fehler bei der Suche nach einem kostenlosen Depot
Ein häufiger Fehler besteht darin, ausschließlich nach dem Begriff „0 Euro Depotgebühr“ zu suchen. Dadurch werden die wesentlich wichtigeren Nutzungskosten leicht übersehen.
Ebenso problematisch ist es, nur einzelne besonders günstige Transaktionspreise zu vergleichen. Ein Angebot kann für einen bestimmten Handelsplatz günstig sein, für andere Handelswege oder Produkte jedoch deutlich andere Konditionen haben.
Der beste Vergleich berücksichtigt deshalb immer das gesamte geplante Anlageverhalten.
Nur auf den günstigsten Preis achten
Bei Finanzprodukten sollte der Preis nicht vollkommen isoliert betrachtet werden. Ein Depot wird häufig über viele Jahre genutzt und entwickelt sich dadurch zu einem wichtigen Bestandteil der eigenen Geldanlage.
Ein Unterschied von wenigen Euro kann weniger relevant sein als eine gute Produktauswahl, passende Sparplanmöglichkeiten oder eine verständliche Bedienung.
Ziel sollte deshalb nicht zwangsläufig das billigste Depot sein, sondern ein kostengünstiges und gleichzeitig passendes Depot.
Kostenlose Aktionen mit dauerhaften Konditionen verwechseln
Ein weiterer Fehler besteht darin, kurzfristige Neukundenaktionen auf viele Jahre hochzurechnen. Reduzierte Orderpreise oder kostenlose Sparpläne können zeitlich begrenzt sein.
Nach Ende der Aktion gelten möglicherweise andere Konditionen. Deshalb sollte vor der Entscheidung immer geprüft werden, wie das reguläre Gebührenmodell aussieht.
Ein langfristig gutes Depot sollte auch dann noch attraktiv sein, wenn ein Willkommensangebot längst beendet ist.
Zu häufig wegen kleiner Preisunterschiede wechseln
Ein Depotwechsel kann sinnvoll sein, wenn ein bestehendes Angebot dauerhaft zu teuer oder für die eigene Anlagestrategie ungeeignet geworden ist. Ein Wechsel nur wegen minimaler Preisunterschiede sollte dagegen gut überlegt werden.
Vor allem sollte geprüft werden, ob der neue Anbieter alle benötigten Wertpapiere, Sparpläne und Funktionen bereitstellt. Auch laufende Orders, Sparpläne und organisatorische Aspekte eines Depotübertrags sollten berücksichtigt werden.
Ein günstigeres Depot ist nur dann wirklich vorteilhaft, wenn es anschließend auch zuverlässig zum eigenen Anlageverhalten passt.
Wann kann sich ein Depotwechsel lohnen?
Ein Wechsel kann interessant werden, wenn regelmäßig Depotführungsgebühren anfallen, obwohl vergleichbare Depots ohne Grundgebühr verfügbar sind. Auch dauerhaft hohe Orderkosten können ein Anlass sein, Alternativen zu prüfen.
Besonders deutlich wird der Unterschied bei häufigen Transaktionen. Wer beispielsweise 30 Orders pro Jahr ausführt und bei einem anderen Gebührenmodell mehrere Euro je Transaktion weniger zahlen würde, kann seine jährlichen Kosten spürbar reduzieren.
Ein Wechsel sollte trotzdem nicht allein aufgrund einer einzelnen Gebühr erfolgen. Vorher sollten Handelsangebot, Sparpläne, Bedienung und mögliche Bedingungen des neuen Depots geprüft werden.
Welche Angaben helfen beim Depotvergleich?
Für einen sinnvollen Vergleich reichen einige grundlegende Informationen über das eigene Anlageverhalten. Anleger sollten ungefähr wissen, ob sie Aktien, ETFs oder Fonds kaufen möchten und ob regelmäßige Sparpläne vorgesehen sind.
Zusätzlich ist hilfreich, die ungefähre Anzahl der jährlichen Käufe und Verkäufe sowie typische Ordergrößen einzuschätzen. Dadurch lassen sich Gebührenmodelle wesentlich realistischer vergleichen.
Wer noch ganz am Anfang steht, muss diese Werte nicht exakt kennen. Bereits eine grobe Einordnung hilft dabei, Angebote zu unterscheiden, die eher für langfristige Sparer oder eher für häufig handelnde Anleger geeignet sind.
Was bei einem Depotvergleich nicht vorschnell bewertet werden sollte
Sehr niedrige Orderpreise wirken in Vergleichsergebnissen verständlicherweise attraktiv. Trotzdem sollte geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen diese Preise gelten.
Möglicherweise gilt ein bestimmter Preis nur für ausgewählte Handelswege, Mindestordergrößen oder bestimmte Wertpapiere. Entscheidend ist deshalb immer, ob die Konditionen zur eigenen geplanten Nutzung passen.
Auch eine sehr große Zahl an handelbaren Produkten ist nicht automatisch ein Vorteil. Für viele Privatanleger ist wichtiger, dass genau die benötigten Aktien, ETFs und Sparpläne verfügbar sind.
Ist ein kostenloses Depot automatisch die beste Wahl?
Nein. Ein kostenloses Depot kann sehr attraktiv sein, aber allein die fehlende Depotführungsgebühr macht noch kein gutes Angebot.
Ein Anleger sollte vielmehr das Verhältnis aus Kosten, Leistung und Nutzbarkeit betrachten. Ein Depot mit kostenloser Führung und hohen Ordergebühren kann bei häufigem Handel deutlich teurer sein als ein anderes Gebührenmodell.
Umgekehrt kann ein Depot mit einer kleinen Grundgebühr in einem bestimmten Nutzungsprofil wirtschaftlich sein, wenn dafür Transaktionen besonders günstig angeboten werden. Entscheidend ist deshalb die individuelle Gesamtrechnung.
Die einfache Kostenformel für den Depotvergleich
Wer zwei Depotmodelle vergleichen möchte, kann eine einfache Jahresrechnung verwenden. Dazu werden Depotgebühren, erwartete Orderkosten, Sparplankosten und regelmäßig anfallende Zusatzgebühren zusammengezählt.
Eine vereinfachte Rechnung sieht beispielsweise so aus:
Jährliche Depotkosten = Depotführungsgebühr + Orderkosten + Sparplankosten + regelmäßig anfallende Zusatzkosten
Nehmen wir an, ein Anleger führt zwölf ETF-Sparpläne und sechs einzelne Aktienkäufe im Jahr aus. Depot A verlangt keine Depotgebühr, kostenlose Sparpläne und 7 Euro pro Aktienorder. Die jährlichen direkten Kosten würden dann bei 42 Euro liegen.
Depot B verlangt ebenfalls keine Depotgebühr, berechnet für die Sparpläne jeweils 1 Euro und für Aktienorders jeweils 4 Euro. Daraus ergeben sich 12 Euro Sparplankosten plus 24 Euro Orderkosten, insgesamt also 36 Euro.
Ob Depot B deshalb automatisch besser ist, lässt sich trotzdem nicht ausschließlich anhand dieser sechs Euro Unterschied entscheiden. Auch Produktauswahl, Handelsmöglichkeiten und Bedienung müssen passen.
FAQ: Häufige Fragen zum kostenlosen Depot
Rund um kostenlose Wertpapierdepots entstehen häufig Missverständnisse, weil unterschiedliche Gebühren unter dem Begriff Depotkosten zusammengefasst werden. Die folgenden Fragen betreffen deshalb vor allem Punkte, die Anleger vor der Eröffnung oder einem Depotwechsel genau prüfen sollten.
Ist ein Depot mit 0 Euro Depotgebühr komplett kostenlos?
Nicht unbedingt. Eine Depotgebühr von 0 Euro bedeutet zunächst lediglich, dass für die reine Führung und Verwahrung des Depots keine regelmäßige Grundgebühr berechnet wird.
Für Käufe und Verkäufe können trotzdem Ordergebühren, Handelsplatzentgelte oder weitere Transaktionskosten entstehen. Auch Sparpläne können kostenpflichtig sein. Deshalb sollte immer die gesamte Kostenstruktur betrachtet werden.
Kann ein ETF-Sparplan bei einem kostenlosen Depot ebenfalls kostenlos sein?
Ja, das ist möglich. Manche Depotmodelle bieten Sparpläne ohne zusätzliche Ausführungsgebühr an, teilweise für ein sehr großes Wertpapierangebot und teilweise nur für ausgewählte ETFs oder Aktionsprodukte.
Anleger sollten deshalb nicht nur prüfen, ob Sparpläne allgemein kostenlos angeboten werden, sondern ob der konkret gewünschte ETF unter diese Konditionen fällt. Auch spätere Änderungen der Konditionen sollten berücksichtigt werden.
Lohnt sich ein kostenloses Depot auch bei wenigen Wertpapierkäufen?
Gerade für Anleger mit wenigen Transaktionen kann eine kostenlose Depotführung attraktiv sein. Wenn ein Depot über längere Zeit hauptsächlich zur Verwahrung von Wertpapieren genutzt wird, vermeiden Anleger dadurch laufende Grundkosten.
Trotzdem sollten die Gebühren für gelegentliche Käufe oder Verkäufe geprüft werden. Bei sehr seltenen Transaktionen können etwas höhere Orderkosten weniger bedeutend sein als eine dauerhaft kostenlose Depotführung.
Sind kostenlose Depots für Anfänger geeignet?
Ein kostenloses Depot kann für Einsteiger gut geeignet sein, sofern Kostenstruktur und Bedienung verständlich sind. Wichtiger als der reine Preis ist, dass Anleger nachvollziehen können, welche Wertpapiere sie kaufen und welche Kosten dabei entstehen.
Eine übersichtliche Depotoberfläche, verständliche Ordermasken und passende Sparplanmöglichkeiten können deshalb gerade für Anfänger wichtiger sein als ein minimaler Preisunterschied bei einzelnen Transaktionen.
Kann man ein bestehendes Depot zu einem kostenlosen Anbieter wechseln?
Grundsätzlich ist ein Depotwechsel möglich. Ob er sinnvoll ist, hängt davon ab, wie hoch die bisherigen Kosten sind und ob das neue Depot alle benötigten Wertpapiere und Funktionen unterstützt.
Vor einem Wechsel sollte außerdem geprüft werden, welche Wertpapiere übertragen werden können und wie bestehende Sparpläne behandelt werden. Ein Wechsel lohnt sich vor allem dann, wenn das neue Gebühren- und Leistungsmodell langfristig besser zum eigenen Anlageverhalten passt.
Fazit: Ein kostenloses Depot muss zur eigenen Geldanlage passen
Ein kostenloses Depot ist nicht automatisch ein Wertpapierdepot ohne jegliche Kosten. Häufig bezieht sich die Bezeichnung lediglich darauf, dass keine regelmäßige Depotführungsgebühr verlangt wird. Ordergebühren, Sparplankosten, Handelsplatzentgelte oder andere Kosten können trotzdem entstehen.
Entscheidend ist deshalb nicht die prominenteste Werbeaussage, sondern die Gesamtkostenstruktur. Anleger sollten überlegen, wie häufig sie handeln, welche Beträge sie investieren, ob sie Sparpläne nutzen und welche Wertpapiere für sie wichtig sind.
Für langfristige ETF-Sparer kann ein Depot mit kostenloser Führung und kostenlosen Sparplänen besonders interessant sein. Für Aktienanleger und häufigere Händler spielen dagegen die Kosten einzelner Transaktionen eine deutlich größere Rolle. Ein gut vorbereiteter Depotvergleich hilft dabei, diese Unterschiede sichtbar zu machen und ein Angebot zu finden, das nicht nur günstig aussieht, sondern tatsächlich zum eigenen Anlageverhalten passt.